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Real Time Web für Server

Das Problem

Seit dem ich für mein Blog die Wordpress App benutze, um über neue Kommentare informiert zu werden, nervt mich ein Problem: Die App muss regelmäßig abfragen, ob etwas neues im Blog vorhanden ist. Will man zeitnah informiert werden, muss man die Frequenz der Abfrage relativ hoch stellen. Das hat allerdings zur Folge, dass der Client zum großen Teil unnötige Abfragen produziert, die sowohl beim Server wie beim Client ziemlich sinnlos Ressourcen (Akku am Client, Traffic am Server) verbrauchen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Wordpress App ständig aufhört, regelmäßig abzufragen, und für diesen Anwendungsfall für mich nutzlos wird.

Das gleiche Problem hatte ich auch bei Superious, meinem Posterous Client für Android. Hier ist es richtig schwierig, eine passende Abfrage Frequenz einzustellen. Bei Posterous kommt tagelang nichts (in denen der Client erfolglos nach neuem sucht) und dann entwickelt sich an manchen Tagen eine Diskussion, die man zeitnah verfolgen möchte. Die optimale Abfrage Frequenz ist also unterschiedlich.

Google hat dazu mal in einem Video ein gutes Metapher gefunden: Es ist wie eine Autofahrt mit kleinen Kindern, auf der diese ständig fragen: "Sind wir schon da? Sind wir schon da?!" Die Eltern würden sich wünschen, dass die Kinder mit der sinnlosen Fragerei aufhören würden, und statt dessen darauf warten würden, dass der Fahrer sagt: "JETZT sind wir da."

Beispiel RSS

Das Web funktioniert immer noch in vielen Bereichen wie die beschriebene Autofahrt. Ein prominentes und gut zu verstehendes Beispiel sind die RSS Feeds von Blogs. Blogs veröffentlichen diese mit den aktuell verfügbaren Artikeln. Clients (Feedreader) lesen die Feeds und bereiten sie auf. Dabei müssen die Reader mit einer intelligenten Frequenz beim Blog die RSS Feeds auslesen und mit vorherigen Aufrufen vergleichen, ob es etwas neues gibt.

Man würde sich wünschen, dass das anders laufen würde: Der Server (das Blog, Posterous, ..) meldet in dem Moment, da er etwas neues hat, an seine Clients: "JETZT habe ich etwas neues." Auf diese Weise würde der Server nicht mehr mit ständigen Anfragen konfrontiert, der Client könnte sich mit anderem beschäftigen (oder in den Sparmodus wechseln), trotzdem würden Änderungen sofort am Client bekannt werden, wenn sie entstehen. Im Gegensatz zu der herkömmlichen Technik, die man Pull nennt (der Client "zieht" sich Informationen), wäre dies eine Push Technik (der Server "drückt" Informationen, wenn sie vorhanden sind).

Für Server zu Server Kommunikation gibt es so etwas schon seit längerem: z.B. Pubsubhubbub.

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Ich lese keine Feeds mehr

Neulich fiel mir auf, dass ich eine Tätigkeit, die ich früher recht regelmäßig erledigte, schon seit über einem Jahr gar nicht mehr tue: Feeds lesen. Meinen Google Reader habe ich schon ewig nicht mehr aufgerufen, obwohl er noch Teil meiner Bookmarks und sogar auf meinem mobilen Gerät installiert ist.

Woran das liegt? Nun, das ist einfach: Viele meiner Internetaktivitäten haben sich immer mehr von meinem Desktop PC auf das mobile Gerät verlagert. So benutze ich Twitter z.B. im Prinzip ausschließlich mobil. Vielen der Autoren von Blogs, die mich interessieren, folge ich auch auf Twitter, und die meisten von ihnen kündigen dort (so wie ich) ihre neuen Artikel an. Diese Ankündigungen sehe ich "zwischendurch" also über Twitter und lese sie zeitnah, wenn ich gerade nichts zu tun habe, oder bookmarke sie mobil, wenn sie mir so wichtig erscheinen, dass ich sie später lesen will.

Wenn ich so wie früher beim Morgenkaffee in meinen Reader schauen würde, hätte ich 90% der Einträge dort also bereits gesehen, gelesen oder aussortiert. Bei meinem Morgenkaffee stöbere ich inzwischen lieber durch die Timeline der Nacht. Ein alter Zeitungsmacher Spruch trägt hier wieder: Nichts ist so alt, wie die Nachricht von gestern, auch wenn das auf den Inhalt von Blog Einträgen meist eigentlich gar nicht zutrifft.

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