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Daitokai in Berlin

Zum 5 jährigen Bestehen unserer 2. Beziehung probierten die Süße und ich endlich das Daitokai im Europacenter Berlin aus. Ich kannte es aus früher Jugend, weil ich mit meinem Vater mal dort gesessen hatte und schwer begeistert von der Art war, wie dort Essen auf äußerst kunstvolle Art angerichtet wurde. Auch nach inzwischen locker 20 Jahren kann ich mich immer noch gut an dieses Ereignis erinnern. :-)

Das Besondere dieses Restaurants habe ich also bereits erwähnt: Die Teppan-Yaki Küche. In dem stilvoll (wahrscheinlich) japanisch eingerichteten Restaurant sitzt man an großen Tischen, die alle in der Mitte eine riesige heiße Stahlplatte haben, auf der das Essen vor den Augen des Gastes von einem eigenen Koch zubereitet wird. Und wie es zubereitet wird, ist wirklich ein Hingucker! Es macht einfach Spaß, dem Koch dabei zuzusehen, wie er elegant und extrem schnell das frische Gemüse klein schneidet, das heiße Öl bändigt, so dass es nicht auf der Platte zum Gast hinfliest, und Soßen direkt auf der heißen Platte zubereitet.

Man zahlt beim Daitokai nicht gerade wenig, wir haben uns jeweils ein Sommermenü für etwas mehr als 50€ gegönnt. Man bekommt dafür, neben dem gerade beschriebenen Hingucker, aber auch einigen Luxus geboten. Neben dem eigenen Koch hat man eine (fast) eigene Bedienung, die den Gast erst einmal mit einem warmen Waschlappen begrüßt, mit dem man seine Hände waschen kann. Danach kleidet sie einen mit einem langen Lätzchen in Küchenschürzen Größe, wohl um die Kleidung vor spritzendem Fett zu sichern. Der Koch stellt die Speisen und Rohmaterialien immer erst einmal dem Gast vor, bevor er sie kunstvoll zubereitet. Das ganze Ambiente ist, trotzdem es an unserem Abend gut gefüllt war, sehr angenehm und ruhig, da viele Trennwände aufgestellt sind und Wasserspiele für netten Hintergrundssound sorgen.

Das Essen war allerdings in meinen Augen leider durchwachsen:

  1. Ich bekam als erstes Sojabohnen, die die Japaner wohl zum Bier knabbern. Sehr nett, für mich vor allem auch deshalb, weil ich die noch nicht gesehen habe und ich es liebe, beim Essen neues zu probieren.
  2. Danach wurden Frühlingsrollen am Tisch gebraten. Die eine mit Ente, die andere mit Avocado gefüllt. Normaler Weise mache ich mir nicht viel aus Frühlingsrollen, aber die waren wirklich interessant mit leckerer Sauce dabei.
  3. Dann ein paar panierte Spießchen (Jakobsmuschel, Rindfleisch und Aubergine), die auch superlecker waren.
  4. Zwischendurch ein knackiger frischer Salat.
  5. Der Hauptgang: Hummer und Garnelen mit asiatischen Pilzen und Gemüse wieder am Tisch zubereitet. Dieses Gericht war meiner Meinung nach leider eher schlecht. Hummer und Garnelen waren mit dicken Saucen zugekleistert, wovon mindestens die Hummer Sauce sehr merkwürdig war. Für mich schmeckte sie fast wie Instant Brühe, die Süße fand sie so unlecker, dass sie den meisten Hummer liegen ließ. Die Pilze waren für meinen Geschmack viel zu salzig, für die Süße waren die okay, sie isst aber auch immer recht salzig. Alles in allem sehr schade, denn man konnte unter der Sauce fühlen, dass sowohl Hummer wie auch Garnelen spitze zubereitet waren: Schön saftig und mit Biss. Schmecken tat man aber nichts von den Krebsen.
  6. Als Nachspeise hatten wir dann flambiertes Vanilleeis mit Früchten und Himbeersauße geordert. Das war wieder spitze, wurde auch am Tisch zubereitet (Jep! Auch das Vanilleeis auf der heißen Platte!) und der Koch legte sich hier wieder richtig ins Zeug. Mit dem Alkohol zum flambieren malte er Figuren auf die heiße Platte und zündete sie dann an. Wahrscheinlich weil er ein Päärchen am Tisch vorfand, umrandete er sein Gericht auch einmal mit einem großen Herz, das dann kurz darauf in Flammen stand. Gefiel mir als alten Romantiker sehr gut! :-)

Tja, unterm Strich: Atmosphäre, Umgebung und Personal waren wirklich klasse und recht nobel, dabei aber nicht spießig oder elitär. Das Essen war bis auf den Hauptgang sehr gut und wohl mit Abstand die beste japanische Küche, die ich bisher gegessen habe. Der Hummer in dicker Sauce ist vielleicht Geschmackssache, die Süße und ich hätten uns die Krebse allerdings lieber deutlich purer oder wenigstens mit einer dezenteren Sauce vorgestellt. Bei den asiatischen Pilzen bin ich mir nicht sicher, ob die einfach versalzen oder so gedacht waren. Ich kann jedefalls den Hauptgang leider alles andere als empfehlen.

Für sein Geld bekommt man hier also einen richtig schönen Abend mit viel Atmosphäre. Das Essen ist eher so lala, mit einem anderen Hauptgang wäre es wahrscheinlich deutlich besser gewesen.

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