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Meine Erfahrungen mit dem Nexus7

Ich war immer der Meinung, dass ich keinen echten Anwendungsfall für ein Tablet hätte. Tablets sind nicht wirklich mobil. Ganz im Gegensatz zu meinem Handy, das ich ständig benutze, weil ich es immer am Körper habe. Jedenfalls sind Tablets im Normalfall nie dort, wo man selbst gerade ist. Neulich beobachtete ich mich allerdings dabei, wie ich anderthalb Stunden auf der Couch Tutorials auf meinem guten alten HTC Desire Classic schmökerte. Hier wurde mir klar, dass ich ganz offenbar doch Anwendungsfälle für ein Tablet habe.

Also entschied ich mich dafür, doch mal bei den äußerst günstigen Tablets von Google zuzugreifen. Ich bin immer noch der Meinung, dass ich ein großes Tablet zu selten nutzen werde, weil man es ungerne mit sich herum trägt, so habe ich mich für den Mittelweg entschieden: Ein Nexus 7. Dies kann man auch mal in der Jackentasche dabei haben, bei mir passt es sogar tatsächlich in die vordere Hosentasche, wobei sitzen erstaunlicher Weise immer noch problemlos und bequem bleibt.

Es gibt viele ausführliche Tests im Netz, deshalb werde ich hier vor allem auf meine persönlichen Eindrücke zu dem Gerät eingehen. Ich habe mir das "voll ausgebaute" gegönnt, also mit 32GB Speicher und mobilem Internet.

The Bad

Ich fange mal mit den Nachteilen an, die mir aufgefallen sind. Dann kann ich mit den positiven Dingen enden, was dann meinen Eindruck widerspiegelt: Einen guten!

Das mobile Internet

Das ist kein echter Nachteil, nur ein Missverständnis meinerseits und ein Fakt, über den man sich im Klaren sein muss: Dass man in das Tablet eine SIM Karte stecken kann heißt keineswegs, dass man mit dem Tablet telefonieren kann. Es unterstützt in der Tat nur mobiles Internet, es hat keinerlei Telefonfunktion. Somit muss man unterwegs immer noch beides dabei haben, wer telefonieren will, muss ein Handy dabei haben. Das ist etwas schade, weil die Bauform des N7 durchaus dazu geeignet ist, dass man es auch mal alleine mitnehmen könnte, gerade wenn man wie ich recht wenig telefoniert.

Hier kann ich sagen: Würde ich es jetzt noch mal kaufen, würde ich mir das mobile Internet und 50€ sparen. Ich habe bisher das mobile Internet am Nexus 7 noch nicht genutzt und wenn man sowieso das Handy dabei haben muss, dann kann man sich auch mal eben ein Tethering vom Handy zum Tablet aufbauen, wenn man denn wirklich mal eine Internetverbindung unterwegs benötigt.

Die Kamera

Sie fehlt! Das ist ein Umstand, der mir beim Kauf nicht wirklich bewusst war. Allerdings fand ich es immer schon etwas seltsam Leute zu beobachten, die im Park mit einem Tablet versuchten, Enten zu fotografieren. Fotografiert man oft mit einem Tablet? Ich sicher nicht, also vermisse ich hier nicht wirklich etwas.

Die Videotelefonie Cam

Das Nexus 7 hat allerdings vorne eine kleine Cam, die für Videotelefonie gedacht ist. Sind wir ehrlich: Diese ist schlecht. Sie ist wirklich schlecht! Andererseits ist dieser Fakt schnell vergessen, wenn man auf der Couch liegend mit Freunden mal eben einen Hangout oder einen Skype Videochat gemacht hat. Sie ist zwar schlecht, aber für Videotelefonie durchaus ausreichend. Und Videotelefonie macht mit so einem mobilen Tablet auf einmal richtig Spaß und vor allem Sinn!

Die festen Komponenten

Ja, Akku und Speicher sind fest verbaut, was allgemein bei den neueren Geräten für Stirnrunzeln sorgt, auch bei mir. Den Akku kann man nicht wechseln und den Speicher nicht durch eine SD Karte erweitern. Der Akku hält bei mir allerdings wirklich ewig. Selbst in den ersten Tagen, in denen ich das N7 nahezu gar nicht aus der Hand legte, hielt der Akku länger als ich. Und trotzdem ich inzwischen kaum noch weiß, was ich noch alles installieren wollte, ist immer noch unglaublich viel Speicher frei.

Diese Punkte sind alles solche, wo man merkt, dass Google (bzw Asus) gespart haben, um diesen unglaublichen Preis hinzubekommen. Meiner Meinung nach wurde hier aber an exakt den richtigen Stellen gespart. All das ist sehr zu verschmerzen und scheint mir sogar sinnvoll (wie z.B. die fehlende Kamera, die zwar ein schönes optionales Gimmick, aber nicht wirklich nützlich wäre).

The Good

Kurz zusammen gefasst kann ich sagen: Alles andere ist super! ASUS hat hier in Zusammenarbeit mit Google ein offenbar gut abgestimmtes Device gefertigt. Alles spielt sehr "fluffig" mit einander zusammen. Keine Ruckler, alles reagiert sofort und schnell, ich habe bisher nichts gefunden, was das Nexus 7 irgendwie aus der Puste brachte.

Das Display ist ein Augenschmaus! Knackige Farben, aber nicht zu überzogen, alles wunderbar scharf und prima lesbar. Es macht einfach Spaß, darauf zu lesen, Videos anzuschauen und zu surfen.

A pro pos: Ich entdecke auf einmal ganz andere Anwendungsfälle, die ich mit dem Handy nicht hatte. So benutze ich selber auf einmal viel öfter Dailyme. Auf dem Handy habe ich dort vor allem Nachrichten und kürzere Infosendungen angesehen. Also vor allem Angebote, bei denen es eher auf das gesagte als auf das Bild ankam. Auf dem Nexus 7 schaue ich mir auf einmal tatsächlich die langen Serien an, die wir z.B. gerade von BBC im Angebot haben. Das macht einfach nur Laune, abends vor dem Schlafen gehen noch eine Folge "Ashes to ashes" anzusehen. Ja, ich arbeite da und bin evtl voreingenommen, aber mir macht das jetzt wirklich Spaß und ich sehe im Bekanntenkreis, dass das dort ganz genauso ist. :-)

Letzten Sonntag habe ich 5 Stunden auf der Couch mit einer Kaffeetasse und dem Nexus 7 gefletzt und "Baphomets Fluch" gespielt. Und nicht etwa nur, weil man das jetzt kann, sondern weil das wirklich Laune gemacht hat! Das Spiel ist bekannter Maßen ein richtiger Kultklassiker, aber auf einem Handy macht so ein Point and Click Adventure einfach keinen Sinn. Um so mehr auf dem Nexus 7! Ich habe früher die bekannten Point and Click Adventures vor allem von Lucas Arts echt geliebt und wünschte mir, dass es für dieses Genre auch heute noch mehr Angebote gäbe. Jedenfalls habe ich jetzt das Device für solche Spiele gefunden. Seit dem ich Konsolen habe, spiele ich im Prinzip gar nicht mehr am PC, weil ich das Spielen auf der Couch als viel angenehmer und angemessener für eine Freizeit Beschäftigung empfinde. So ein Tablet ist da irgendwie die logische Konsequenz.

Da es mein erstes Tablet überhaupt ist, genieße ich nun auch die für Tablets optimierten Anwendungen. Da gibt es wirklich einige Perlen, die auf dem Tablet gut durchdachte Oberflächen bieten, und dort teilweise noch bequemer zu bedienen sind, als auf dem Handy.

Da mein letztes Device ein HTC Desire Classic war, ist auch Android 4.x eine komplett neue Erfahrung für mich. Auch hier gibt es viele Artikel drüber, deshalb nur so viel: Es lässt sich ungemein gut bedienen! Und dadurch, dass ich nun mein erstes Nexus Device habe, werde ich immer als erster die neuen Versionen  von Android zur Verfügung haben. Schon am ersten Tag erneuerte es sich bei mir auf dem Nexus 7 gleich 2 mal.

Fazit

In der ersten Woche wollte ich das Gerät gar nicht mehr aus der Hand geben. Das ist natürlich bei den meisten neuen Geräten so. Inzwischen benutze ich es nicht mehr ganz so häufig wie in der ersten Zeit, was allerdings vor allem daran liegt, dass nun auch mein Nexus 4 angekommen ist, das auch bespielt werden will. :-D

Es muss sich zeigen, ob das Tablet auch zukünftig von mir regelmäßig benutzt wird, oder ob ich lieber zum Handy greife. Ich vermute, dass ich bei "alltäglichen Dingen" weiterhin lieber das Handy benutze, aber ich habe inzwischen viele Anwendungen gefunden, die auf einem Tablet viel mehr Sinn machen. Das sind vor allem Freizeit Geschichten wie Videos schauen und spielen. Aber z.B. auch Serverwartung von unterwegs macht auf einem Tablet viel mehr Sinn als auf dem Handy. Man kann es prima als Remote Console einsetzen, um einen gerade muckenden Server wieder auf die Sprünge zu helfen.

Auch ist mir die Bauform deutlich angenehmer, als die großen 10 Zoll Tablets. Die 7 Zoll Tablets sind viel mobiler, trotzdem habe ich aber auf der Couch sofort das Gefühl ein Freizeit Tablet zu benutzen. Ich vermisse da die größere Diagonale nicht wirklich. Die Zukunft wird also zeigen, ob das Nexus 7 ähnlich lange bei mir Enthusiasmus auslöst, wie die Android Handys. Aber mal ehrlich: Bei dem Preis kann man nichts wirklich falsch machen, was bei mir dann auch den letzten Impuls für den Kauf gegeben hatte.

Trackbacks

Grischa

Grischa on : Die ersten 2 Wochen mit dem Nexus 4

Continue reading "Die ersten 2 Wochen mit dem Nexus 4"
Inzwischen habe ich mein Nexus 4 etwas mehr als 2 Wochen. In dieser Zeit konnte ich einige Erfahrungen sammeln, die ich hier mal wieder geben will. Vor dem Kauf hatte ich einige Bedenken:Die fest verbauten KomponentenÄhnlich wie beim Nexus 7 verursac

Comments

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Eddy

Eddy on :

Danke für deinen ausführlichen N7 Bericht. Denke ich werde mir das Teil auch gönnen. :-) So long.. und guten Rutsch ins neue Jahr

Grischa

Grischa Read on twitter: on :

Gerne! Ich benutze es immer noch regelmäßig. Über die Tage hatte ich es z.B. als Notfall Device anstatt eines Laptops dabei. Hat sich prima gemacht!

Auch diesen Kommentar schreibe ich über das N7. Damit auf der Couch zu surfen ist immer noch ein ziemlich entspannter Genuss! :-)

Grischa wrote about: Trello: Übersicht für kleine Projekte

qapsl0ck

qapsl0ck Read on twitter: on :

I have installed connectbot on my Nexus7, then you can even ssh to your Linux/FreeBSD boxes. Or set up a tunnel to some other box.

Also, what made the use of my Nexus7 more enjoyable was setting up an ad blocking DNS. Much faster load times and less risk of being traced ....

Have fun!

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