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Windows 8 Release Preview angetestet

Ich habe gestern nun auch mal die 3.5GB Windows 8 RC DVD ISO herunter geladen und installiert. Es ist nicht so, dass es mich wieder nach Windows dürstet (auch wenn ich mit dem aktuellen Unity in Ubuntu 12.04 so meine Probleme habe), aber zum einen ist es kostenlos und zum anderen wollte ich mir immer schon mal VirtualBox auf Linux ansehen.

Installation in VirtualBox

Man muss sagen, dass das Aufsetzen von Windows 8 in der VirtualBox wirklich recht einfach ist. Wer VirtualBox noch nicht installiert hat, findet es im Software Center von Ubuntu. Die Einrichtung hat Cashy in seinem Blog sehr schön Schritt für Schritt beschrieben. Bei mir gab es noch ein zusätzliches Problem, das man nicht mehr hat, wenn man schon mal erfolgreich eine ISO in VirtualBox installiert hat: Der Start der fertig installierten Windows 8 Box wurde mit folgender Fehlermeldung quittiert und abgebrochen:

VT-x features locked or unavailable in MSR

Für dieses Problem gibt es zwei Lösungen.

  1. Wenn der Rechner das unterstützt (ich vermute, das tun alle einigermaßen modernen) kann man das VT-x Feature im BIOS des Rechners einschalten. Bei mir fand sich das im CPU Menü unter Virtualisierung.
  2. Man kann VirtualBox so einstellen, dass sie auch ohne dieses Feature auskommt. Dazu geht man in die Einstellungen der Windows 8 Maschine ("Ändern") und schaltet unter System > Beschleunigung das entsprechende Feature ab.

Eindruck

Was sofort auffällt ist Metro, die neue Oberfläche von Win8. Diese kennt man schon von den Windows Phones, z.B. den neueren Nokia Handys. Ich hatte mir so ein Ding mal für einen Tag ausgeliehen und mein erster Eindruck war: Schick! Microsoft hat hier wirklich was innovatives geschaffen, was sich im Design wohltuend von iOS und Android abhebt. Die Oberfläche ist "kompakt" und mit viel Liebe zum Detail. Mein zweiter Eindruck nach einem Tag Benutzung war: Das ist nicht meine Oberfläche. Wenn man viel mit seinem Gerät machen will, viele Anwendungen hat, vermisst man die "direkten Wege". Ich habe mich immer wieder in irgendwelchen Unterseiten verlaufen und war teilweise ratlos, an welcher Stelle vormals noch simple Funktionen versteckt sind.

In der Firma haben wir ein Win 8 Tablet. Das besteht aus dem Tablet an sich und einer kabellos verbundenen Tastatur. Es ist mit einem dicken Prozessor ausgestattet und einem eben solchen Akku, was es sehr schwer macht. Lange in der Hand halten möchte man es jedenfalls nicht. Ich muss allerdings sagen: Metro funktioniert hier prima! Metro ist für Touchscreens gemacht.

Meto ist für Touchscreens

Das wird nun zum echten Problem, wenn man es auf einem Desktop PC oder Laptop installiert, also einem Rechner, der mit Maus und Tastatur bedient wird. Hier erkennt man sehr extrem die Touchscreen Optimierung von Metro, auf die Maussteuerung nur aufgeflanscht zu sein scheint. Anwendungen in Metro starten immer Fullscreen und ich fragte mich anfangs, wie ich eigentlich wieder in den "Desktop" zurück komme. Eine intuitive Lösung sieht man nicht.

Man tut es, indem man mit der Maus an den oberen Rand des Bildschirms fährt. Wenn man die wenigen Pixel trifft, in denen das möglich ist, dann wechselt der Mauszeiger in ein Hand Symbol. Hier hält man nun fest und zieht die Maus von oben nach unten herunter. Dadurch verschwindet die App und man ist wieder auf dem Startscreen. Zusätzlich gibt es noch die alte Windows Tasten Kombi Alt+F4, die das selbe erledigt. Das ist für eine Desktop Oberfläche natürlich viel zu kompliziert!

Dadurch, dass alle Apps immer im Fullscreen starten fragt man sich auch schnell, wie man zwischen Apps wechseln kann. Wenn man z.B. Text aus dem Internet in eine Doktorarbeit kopieren will.. Ich habe dafür keinen intuitiven Weg gefunden, falls es geht, müsste man also auch erst einmal googlen. Falls es nicht geht, wäre es auf dem Desktop eine Katastrophe.

Von dem Tablet weiß ich, dass Metro noch weitere Kontextmenüs hat: So vor allem ein Menü an der rechten Seite, mit dem man z.B. auch direkt wieder in den Startscreen kommt. Man öffnet es, indem man vom rechten Rand in das Display rein wischt. Dieses Menüs habe ich in der VirtualBox auch 2 Mal kurz aufblitzen sehen, allerdings war mir ein Rätsel, mit welcher Mausgeste das ausgelöst wurde. Ich konnte es jedenfalls nicht reproduzieren.

Metro auf dem Desktop?

Metro hat auch die App "Desktop". Diese ist so etwas wie der alte Windows Desktop, in den man auch Legacy Programme installieren kann. Dieser lässt sich auch weiterhin mit Maus gut bedienen. Nur ist er eben nur für Legacy Programme gedacht, die für Metro gebauten Anwendungen sind hier nicht verfügbar. Umgekehrt gilt das schon: Alte im Desktop installierte Programme bekommen auch eine Startfläche in der Metro Oberfläche. Klickt man sie, so startet der Legay Desktop mit der Anwendung.

Das alles hinterlässt bei mir mehr Fragen als Antworten. Metro ist auf Touchscreen Devices einfach Geschmackssache. Mein Geschmack ist es nicht, obwohl ich es als recht hübsch anzusehen empfinde. Aber es wird sicher viele geben, die damit prima umgehen können. Aber auf einem normalen Desktop PC? Es erscheint mir da im Prinzip unbrauchbar.

Wenn man sich das ansieht bekommt man den Eindruck, dass Microsoft sich mit Windows vom Desktop PC Markt verabschieden möchte und nur noch darauf setzt, dass wir alle bald Tablets anstatt PCs haben werden. Das könnte für den "Standard Anwender" zwar durchaus bald der Fall sein (für normale Anwendungen sind Tablets ja völlig ausreichend und sogar angenehm), für "Spezialisten" wird das wohl nie der Fall sein. Ich werde z.B. nie auf einem Tablet programmieren, so lange "Programmieren" noch bedeutet: Code schreiben (anstatt ihn visuell zusammen zu stellen).

Somit kann ich Rowi's kurzem Kommentar hier nur zustimmen:

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