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Global kommentieren mit DISQUS

Wenn man sich auf vielen Seiten an Diskussionen beteiligt, wird es immer schwieriger, den Überblick darüber zu behalten, wo eine Diskussion weiter geführt wurde oder wo man vielleicht sogar direkt angesprochen wurde. Als Beispiel sind es vor allem Blog Einträge, zu denen man einen Kommentar hinterlassen hat und auf die Reaktionen folgen. Das Problem dabei ist, dass Blogs nun einmal nicht zentral verwaltet werden (wie z.B. ein Forum oder eine Community wie Facebook). Da man nicht all die Blogs und Seiten aktiv im Auge behalten kann, verschicken die meisten Blogs inzwischen EMails an ihre Kommentatoren, wenn in einem Artikel eine neue Reaktion eingetroffen ist.

Das ist natürlich eine durchaus gangbare Lösung, ich persönlich bin jedoch nicht wirklich Fan von EMail Benachrichtigungen. Auch diese müssen dann im Mailclient geeignet verwaltet werden und nach deutschem Recht muss man sogar per Double OptIn jedesmal wieder bestätigen, dass man der Besitzer der EMail ist usw.

Zentrale Anlaufstelle für meine verteilten Kommentare

Eigentlich würde ich mir eine zentrale Anlaufstelle wünschen, in der ich meine Kommentare, die ich im Netz verteilt abgegeben habe, überblicken kann und dort auch spätere Reaktionen sehen kann. Da eine Eigenschaft von Blogs nun aber gerade ihre Dezentralität ist, kann das hier ohne weiteres nicht funktionieren.

Es gibt jedoch Services, mit denen sich Blogs verbinden können, die dann den kompletten Kommentarbereich des Blogs übernehmen. Einer der bekanntesten ist wohl DISQUS, ein Service, der vor allen in den Staaten sehr beliebt ist, jedoch auch in Deutschland durchaus bekannt und verbreitet ist.

Der Vorteil von Services wie DISQUS ist die Zentralität: Der User muss sich nur bei einem Service anmelden und kann seinen Account dort dann sogar mit weiteren Social Media Diensten verknüpfen. Er hat dort in einem einzigen Interface genau den gewünschten Überblick über seine Kommentare und Reaktionen auf diese und kann gleich antworten, ohne das entsprechende Blog überhaupt noch besuchen zu müssen.

 

Der Nachteil ist ebenfalls die Zentralität: Zum einen geben Blog Besitzer einen Teil ihres wichtigen Contents an einen fremden Service ab zum anderen haben wir in letzter Zeit gelernt, dass zentrale kostenlose Services die Gefahr beinhalten, dass sie jederzeit ohne weiteres geschlossen werden können.

Das Disqus Plugin

Disqus bietet ein Plugin für Wordpress an, welches die komplette Disqus Funktionalität in diesen Blogs zur Verfügung stellt. Disqus hat sogar versucht, die Ängste der Blogbesitzer zu minimieren, dass die Kommentare in einem Service verschwinden, den man selbst nicht unter Kontrolle hat: Sie haben eingebaut, dass man Kommentare und Reaktionen in der eigenen Datenbank spielgeln und so Disqus einfach wieder ausschalten kann ohne seine Kommentare zu verlieren.

Für Serendipity hat Garvin ein recht einfaches Plugin aufgesesetzt, mit dem man aber bereits sehr schön den Kommentarbereich des Blogs mit einem dynamischen Disqus Kommentarbereich austauschen kann. Das Spiegeln der Kommentare ist hier nicht implementiert, dafür müsste man wohl das WP Plugin evaluieren, wie dieser Mechanismus funktioniert.

 

Das Plugin hatte noch ein Problem: Es stellte diesen Kommentarbereich nur dar, wenn der Eintrag einen erweiterten Teil hatte. Das habe ich inzwischen gefixt und die Änderung nach Spartacus übermittelt. Außerdem ruinierte der von Disqus über das Plugin dynamisch in den Footer gepackte Code das 2k11 Template. Nach Rücksprache mit Matthias konnten wir auch das Problem lösen, das Template hat nun eine Weiche für dieses Plugin.

Die Kommentare in der Seitenleiste

Wenn man das Disqus Plugin benutzt, so werden die blogeigenen Funktionen zum Kommentieren ausgeblendet. Somit wird das Seitenleisten Plugin zur Darstellung der letzten Kommentare obsolet. Ich habe überlegt, ob ich ein spezielles Seitenleisten Plugin hinterlege, das die Disqus Kommentare anzeigt, jedoch lässt sich das extrem simpel auch mit einem HTML Nugget Seitenleisten Plugin erzeugen. Wenn man als Blogbesitzer eine Verknüpfung für sein Blog in seinem Account angelegt hat, dann kann man in der Administrationseite auf den Reiter "Tools" wechseln. Hier kann man sich HTML Code für ein Kommentarwidget erzeugen lassen. Diesen Code packt man einfach in das HTML Nugget und hat seine Disqus Kommentare in der Seitenleiste. Ein Seitenleisten Plugin hätte genau das selbe getan.

Fazit

Beim Arbeiten an dem Plugin habe ich ein wenig mit DISQUS herum gespielt und dabei sogar einige Kommentare gefunden, die ich vor einiger Zeit abgegeben habe und auf die ich tatsächlich Reaktionen bekam, die mir noch unbekannt waren. Im Prinzip bildet DISQUS genau das ab, was ich mir bisher so als Kommentarzentrale aus Sicht des Users vorgestellt habe. Es lässt sich prima bedienen, ich muss mich nur einmal einloggen und kann überall gleich los kommentieren (wo Disqus unterstützt ist). Für den Besucher des Blogs ist DISQUS also sehr elegant und bequem.

Ich als S9Y Blogadmin möchte DISQUS aber trotzdem vorerst nicht einsetzen. Zum einen haben wir die (für mich) notwendige Kommentar Spiegelung nicht. Zum anderen fühlt sich das Ersetzen von HTML Code durch per Javascript nachgeladene Elemente, das Disqus implementiert hat, für mich ein wenig hakelig an. Es verlangsamt die Seite und verschiebt Elemente nachträglich. Für mich persönlich kommt auch noch hinzu, dass ich gerne an den Teilen meines Blogs herum schrauben möchte. Wenn ich meinen gesamten Kommentarbereich in einen anderen Service auslagere, kann ich solche Erweiterungen wie CommentSpice nicht mehr benutzen. ;-)

Anmerkung: In meinem Testblog ist das DISQUS Plugin gerade aktiv. Da es ein Testblog ist, kann ich nicht sagen, wie lange, aber erst mal lasse ich es da ein wenig, um es auszuprobieren. :-)

Trackbacks

RobLen

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Comments

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Grischa

Grischa Read on twitter: on :

Ich habe noch mal eben einen Blick auf die Seite des WP Plugins für DISQUS geworfen. Es sieht so aus, dass dieses einen entscheidenden Unterschied zu dem Plugin von Garvin hat: Garvin lässt Disqus den ganzen Kommentarbereich per JavaScript erzeugen. Dadurch ist wenig Implementierungsaufwand auf unserer Seite notwendig.

Das WP Plugin scheint die Disqus API zu verwenden, somit passiert die gesamte Logik auf dem Blog mit der Möglichkeit, Kommentare eben auch in die eigene Datenbank zu spiegeln. Das zu bauen ist deutlich aufwändiger. Mich würde mal interessieren, wie viele S9Y Blogbetreiber wirklich an einem kompletten DISQUS Support mit allem Schnickschnack interessiert sind.

Wenn das sowieso keinen interessiert, muss man da keine weitere Mühe hinein stecken.. Denn wenn ich mir überlege, was da alles implementiert und designed werden muss, wenn wir auch den Weg über die API gehen würden: Das ist echt heftig!

Grischa wrote about: Serendipity automatisch erneuern lassen

Hans

Hans on :

Weitverbreitete unkritische Darstellung von Disqus verblüfft. Dieses System untergräbt faktisch den Diskurs innerhalb derer, die Kommentieren. Weder sind Beiträge nummeriert noch mit Datum versehen, noch seitenweise geordnet, so dass Wiederaufruf und Speichern nicht möglich ist. Der Versuch, alle Kommentare (endlos-Reihung statt z.B.90 Seiten a 10 Beiträge) zu speichern, misslingt aufgrund der mit destruktiven Skripts gesteuerten Disqus-Strukturierung, was nur bei Disqus als eindeutig gewollt zu bewerten ist. Damit wird die wissenschaftliche Auswertung von Artikel und dadurch ausgelöste Kommentar-Schwärme unmöglich. Auch gab es wiederholt "Zensur" - eingangsbestätigte Beiträge erschienen nicht, Rückfragen ohne Antwort. Niemand der Personen, die diese Beiträge überprüften, konnte einen Grund finden - es sei denn, Ideologiekritik (etwa weil nicht-stammtisch-nah, nicht-rechtslastig?) bzw. "schwarze Liste" (webseitenbetreiber-übergreifend, z.B. bei Adressendifferenzen aus IP-Vergleichsmaterial) sind Gründe. Gegenteilige, die Netiquette ignorierende Worte gehen anstandslos durch, wenn nicht (US-)strafrechtsrelevant. Auf Rückfrage zum fehlenden Beitrag antwortete Disqus nie. Dahinter können sich jeweilige Websiteinhaber verschanzen - die Verantwortung übertragen sie auf Disqus.

Letztlich ist völlig im Dunkeln, wer mit Kommentar-Daten u -Material (ca. 15-20 Mio indiv. E-Mailadress-Kombidaten mit Verkettung in die Socialnetzwerke, "weltweit") was betreibt in der großen US-Welt.

Grischa

Grischa Read on twitter: on :

Danke für Deinen ausführlichen Kommentar, Hans! :-)

Dass DISQUS "den Diskurs derer, die diskutieren, untergräbt" durch die Darstellung der Kommentare in der Übersicht, kann ich gar nicht nachvollziehen. Ich empfinde da genau das Gegenteil. Meine Erfahrung damit war, dass es mir durch Benutzung von DISQUS sogar deutlich leichter gemacht wurde, global im Netz verteilte Diskussionen zu verfolgen.

In der DISQUS Übersicht sieht man halt alle neuen Kommentare in einer zeitlichen Übersicht, wenn Du den Context dazu genauer haben willst, kannst Du von dort einfach auf den Artikel gehen, zu dem der Kommentar gehört. Finde ich persönlich recht perfekt gelöst.

Die andere Kritik kann ich unterschreiben: Mir ist zwar nicht bekannt, dass DISQUS Zensur ausübt, jedoch ist das ein amerikanischer Service, wie Du richtig anmerkst. Die Daten sind also auf amerikanischen Servern die unter amerikanisches Recht fallen und wie es da um "Bürgerrechte" steht, sollte inzwischen bekannt sein.

Zu den für DISQUS zur Verfügung gestellten Daten: Richtig. Die haben eine prima Datenübersicht von validen EMails inklusive deren Verbindung in bekannte soziale Netzwerke. Das ist immer der große Nachteil, wenn man sich für zentral und fremd gehostete Services entscheidet. (Neben anderen, dass diese Services z.B. auch einfach "verschwinden" können, Beispiel Posterous und PixPls).

Aus genau den Gründen habe auch ich erhebliche Bedenken, DISQUS in einem produktiven Blog zu betreiben. Ich will die Hoheit über meine Kommentare nicht an mir Unbekannte abgeben.

Grischa wrote about: S9Y Microblogging per Mail auf Uberspace

Don Joe

Don Joe on :

Disqus ist der Schrott schlechthin. Jedenfalls für den sicherheitsbewussten Anwender unter den Kommentarlesern, der in seinem Browser nichts dem Zufall überlässt.

Deshalb kann der Anwender bei Online-Zeitungen, die ihre Kommentarbereiche auf Disqus umgestellt haben, keine Kommentare sehen.

Wer sie dann doch lesen will, muss allerhand Sicherheitsaddons modifizieren oder sogar ausbauen. Und da beißt sich die katze wieder in den Schwanz, der Betreiber von Disqus sitzt in den Staaten und leitet alle greifbaren Daten der Leser an amerikanische Firmen und Behörden weiter.

Nein Danke.

Grischa

Grischa Read on twitter: on :

Ich möchte Dich bitten, im Ton etwas sachlicher zu bleiben, zumindest in meinem Blog.

Inhaltlich: Dass man Kommentare in "Online-Zeitungen" nicht lesen kann, dürfte die wenigsten betreffen. Z.B. solche, die Javascript ausschalten. Solche sehen aber im Web 2.0 auch sonst recht wenig inzwischen..

Zu Deiner Behauptung, dass DISQUS Daten an Dritte weiter gibt, hätte ich dann schon gerne noch einen Link, der Deine Behauptung untermauert. Nicht, dass ich mir das nicht vorstellen könnte, aber so unbewiesene harte Vorwürfe mag ich hier ehrlich gesagt gar nicht (und sind vermutlich hart an der Grenze, wo ich rechtlich gezwungen bin, sie zu löschen).

Natürlich muss DISQUS in manchen Fällen Daten an Behörden abgeben. Das gilt aber auch z.B. für deutsche Internet Provider und wenn Dir das bei Deiner Behauptung vorschwebte, dann kannst Du mit der gleichen Überzeugung sagen: "Das Internet ist Schrott, weil Internet Provider Deine Daten an Behörden und Dritte weitergeben [müssen]".

Also bitte ein wenig mäßigen und Behauptungen beweisen. Danke. :-)

Grischa wrote about: Was tun nach Verlust des Android Geräts?

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