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Update auf Ubuntu 11.10 (Oneiric Ocelot)

Ich habe nun schon mehrere fehlgeschlagene Versuche hinter mir, meine Ubuntu Version über die normalen Wege (Distributions Upgrade) auf die nächste Version zu erneuern. Dieses Wochenende nahm ich mir vor, es ein letztes Mal zu versuchen und wenn dies wieder fehlschlagen würde, auf eine Rolling Release Distribution (wie z.B. Sabayon) umzusteigen. Ich war es leid, alle halbe Jahre meinen Rechner neu installieren zu müssen. Es stand an, meine ziemlich veraltete Ubuntu 10.10 (Maverick) Version zu erneuern.

Ich habe vorher natürlich ein Komplettbackup meiner Root Partition durchgeführt und nebenbei ehrlich gesagt schon nach einer Sabayon ISO geforscht, dann habe ich das Update auf 11.04 gestartet, ein direktes Update auf 11.10 wird von Maverick aus nicht angeboten. Was soll ich sagen: Ca. eine Stunde später startete Ubuntu 10.04 Natty problemlos durch! :-O

Das ist das erste Mal, dass das bei mir geklappt hat. Alles funktionierte, sogar meine TV Installation war noch intakt. Das einzige, was mir als fehlend auffiel, war meine MySQL Installation. MySQL wurde einfach deinstalliert und nicht erneuert, das liegt allerdings vermutlich daran, dass dies das einzige Paket ist, das ich auf einer bestimmten Version fest geschrieben hatte.

Nach diesem Erfolg machte ich gleich das nächste Update von Natty auf Ocelot, das nun angeboten wurde. Wieder machte ich ein Komplettbackup der jetzt entstandenen Root Partition, dies war aber nicht notwendig, denn auch dieses Distributions Upgrade funktionierte! Ich weiß echt nicht, warum das früher bei mir immer fehl schlug und jetzt so reibungslos ging. Entweder ist der Upgrade Prozess nun einfach besser als früher, oder ich habe weniger "Alien Sources", wobei ich auch jetzt wieder einige dabei hatte.

Nun habe ich hier also Ubuntu Ozelot mit einem 3er Kernel und was natürlich zuerst auffällt ist die viel diskutierte neue Ubuntu eigene Oberfläche Unity. Dieser werde ich jetzt mal einige Zeit eine Chance geben, wenn mir das nicht zusagt, kann ich ja immer noch nach Sabayon wechseln.

Hier will ich noch auf einige Probleme eingehen, die ich dann doch hatte, und wie ich sie gelöst habe.

Das ausgeschaltete Touchpad

Das Touchpad war auf meinem Thinkpad komplett mit seinen Maustasten ausgeschaltet. Der typische Thinkpad "Mausgnubbel" mit seinen Tasten funktionierte noch, das Touchpad war aber tot.

Man kann es mit folgendem Befehl auf der Kommandozeile wieder einschalten:

synclient TouchPadOff=0

Um es ständig anzulassen (und weiteres für das Touchpad zu konfigurieren), kann man den dconf Editor installieren und benutzen:

sudo apt-get install dconf-tools

Danach kann man im Unitiy Dash "dconf" eingeben und den Editor starten, der recht schmucklos Zugriff auf alle möglichen Einstellungen des Systems gibt. Im Konfigurationsbaum wählt man folgenden Zweig an:

org > gnome > setting-demon > peripherals > touchpad

und aktiviert dort "touchpad-enabled". Diese Einstellung wirkt sich sofort aus und bleibt dann aber aktiv.

Nebenbei stellte ich hier auch fest, dass man unter Linux das Seiten Scrollen mit dem Touchpad nicht mehr nur wie von Windows gewohnt durch Wischen an den Touchpad Rändern auslösen kann, sondern auch indem man wie auf dem Mac mit 2 Fingern über das Touchpad wischt. Das ist viel einfacher, ich tat mich bisher immer etwas schwer, den Rand genau zu treffen.

Der fehlende Gnome Systray

Ubuntu Unitiy hat ein recht restriktives Konzept, wie Anwenungunden Notifications in der oberen Menüleiste darstellen dürfen. Damit sind die Icons von Skype, KeePassX und gSTM gemeint, die erscheinen, wenn die entsprechenden Programme gestartet aber minimiert sind. Diese Icons geben Zugriff auf die entsprechenden Programme, teilweise kann man sie nur über diese sinnvoll benutzen, wie im Falle von Skype oder gSTM. Einige recht wichtige Programme benutzen aber ein anderes Konzept (und zwar das von Gnome), um diese Icons zu setzen. Unity kann seit einiger Zeit auch diese Notifications darstellen, erlaubt per default allerdings nur einigen ausgewählten Programmen den Zugriff auf die Unity Notification Area.

Konfiguriert wird dies über eine Whitelist, in die man Programme eintragen kann, oder um es sich einfach zu machen einfach "all" eintragen kann, damit die von Gnome bekannten Icons wieder erscheinen. Dies tut man über den Befehl:

gsettings set com.canonical.Unity.Panel systray-whitelist "['all']"

Man kann dies auch über den oben genannten dconf Editor setzen.

desktop > unity > panel öffnet den Dialog, in dem man die Applikationen oder eben auch "all" eintragen kann. Nachdem man diese Änderung vorgenommen hat, sollte ein relogin eigentlich reichen, um die Änderungen permanent zu haben, bei mir benötigte es merkwürdiger Weise ein reboot, um auch automatisch geladene Anwendungen in die Notification Area zu bekommen.

 

Notification Area und Autostart

Die obigen Einstellungen bewirken erst einmal nur, dass Applikationen, die in den Gnome Systray schreiben, in die Unity Notification Area kommen, wenn sie manuell gestartet werden. Werden diese Programme als Startprogramm eingetragen, ist die Notification Area meist noch nicht bei ihrem Start initialisiert, so dass sie wieder nicht erscheinen. Hier habe ich mir mit einem Trick beholfen: Ich habe diese Programme aus den Startprogrammen herausgenommen und starte dafür ein kleines Skript, welches zuerst 10 Sekunden wartet und dann die entsprechenden Programme im Hintergrund lädt:

#!/bin/bash

sleep 10

skype &
gstm &
keepassx &

Das hat nebenbei auch noch den Vorteil, dass solche Programme wie Skype oder gSTM (ein SSH Tunnel Manager) eine bereits etablierte WLAN Verbindung vorfinden, die ja auch ihre Zeit zur Initialisierung benötigt.

So, na dann werde ich mal Unity seine Chance geben. Bisher gefällt mir was ich sehe gar nicht mal so schlecht. Das Wechseln zwischen gerade laufenden Anwendungen erscheint mir noch etwas kompliziert durch die fehlende Leiste unten. Aber vielleicht gewöhne ich mich auch wieder an das Alt-Tab.

Quellen:

 

Trackbacks

Grischa

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Kommentare

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Matthias Mees

Matthias Mees Auf Twitter lesen: am :

Man will unbedingt die Keyboard-Shortcuts von Unity verinnerlichen – es ist ja klar auf Netbooks und Tastaturbedienung ausgelegt. Nur mit der Maus macht es relativ wenig Spaß. Ganz wichtig ist es, einen Super-Key zu haben (normalerweise Windows-Taste, soweit vorhanden), der fungiert da als Modifier.

Und statt der umständlichen Systray-Geschichte nimmt man einfach die passenden Indicators – was etwas blöd ist, weil die bis einschließlich 11.10 z.T. nur per PPA verfügbar sind, aber solchen Whitelist-Kram mit bash-Skript hab ich hier nie gemacht. :-)

Aber schön, dass es bei Dir jetzt auch mal reibungslos geklappt hat. In ein paar Wochen kannst Du das dann schon im Schlaf, wenn Pangolin kommt. ;-)

Matthias Mees schrieb auch: Modernizr: Grundlagen

Matthias Gutjahr

Matthias Gutjahr Auf Twitter lesen: am :

Wow, Distribution-Upgrades mit fast leerem Akku - mutig ;-)

Nein, ich gehe natürlich davon aus, dass du den Screenshot deiner Notification Area erst viel später geschossen hast!

Grischa

Grischa Auf Twitter lesen: am :

@Matthias Mees: Was gibt es denn da als Alternativen zur oben beschriebenen Methode, die einfacher sind? Ich meine, ich bin ganz zufrieden mit meiner Lösung jetzt, die klappt nun auch problemlos, aber wenn es da etwas einfacheres und mehr "Unity konformes" gibt, wäre das auch nicht schlecht.

Und jep, ich freue mich, dass das jetzt auch endlich mal bei mir geklappt hat. Ich hielt das mit dem funktionierenden Update ja bereits für eine Urban Legend.. :-D

@Mathias Gutjahr: Den Screenshot habe ich gemacht, nachdem ich auf der Couch den Artikel schrieb. Die Upgrades habe ich natürlich an der Steckdose gemacht.. :-D

Matthias Mees

Matthias Mees Auf Twitter lesen: am :

Wie gesagt: Für manche Programme gibt es einen Unity-Indicator, z.T. aber eben bislang nur per PPA (etwa für Hamster). Das finde ich schon deswegen schöner, weil die optisch (normalerweise) besser an Unity angepasst sind, halt in der Monochrom-Optik der restlichen Indicators. Was ich gemacht habe, um Skype in die Notification Area zu kriegen, weiß ich gar nicht mehr. Ich meine nichts – aber ich hab definitiv nichts whitelisten müssen und auch nie Probleme mit zu spät autostartenden Programmen gehabt …

(Das wird Dir dann aber hoffentlich irgendwann auch so gehen, dass man gar nicht mehr weiß, wie man etwas mal gemacht hat, weil es einfach über 3 dist-upgrades hinweg funktioniert. Hihi.)

Matthias Mees schrieb auch: Modernizr: Load

Grischa Brockhaus

Grischa Brockhaus Auf Twitter lesen: am :

Skype ist normaler Weise eine der wenigen Ausnahmen, die in der Whitelist von Unity enthalten ist, weil es so viele Leute nutzen und gemotzt haben. .. nur bei mir scheinbar nicht. ;-)

Hmm.. Und es gibt "Addons" für bestimmte Programme, die Unity Versionen der Icons darstellen? Würde mich interessieren, wo Du die gefunden hast, ich hätte das lieber einheitlich.. Ich dachte bisher, das müssten die Apps selber implementieren..

Grischa Brockhaus schrieb auch: Twitterclients für Android

Matthias Mees

Matthias Mees Auf Twitter lesen: am :

Simpel gesagt stellt man fest, dass ein Programm nicht in der Notification Area sitzt, das dort sitzen sollte. Und dann googlet man. :-D

Ich verfolgte halt ein paar Ubuntu-Blogs wie Webupd8 und OMG!Ubuntu, dort stolpert man immer mal wieder über sowas. Webupd8 betreibt auch etliche eigene PPAs. Man sollte sich nur ganz genau überlegen, was davon man installiert – Stichwort Instabilität durch Fremdquellen. :-)

Matthias Mees schrieb auch: Modernizr: API

Grischa

Grischa Auf Twitter lesen: am :

Hmm.. Deine letzten Stichworte sind wahrscheinlich die, die mich warnen sollten, jetzt wo das Update endlich mal klappte. Denn die von mir oben beschriebene Lösung funktioniert halt mit Unity Bordmitteln, ohne etwas aus Fremdquellen zu installieren.

Okay, dann lasse ich das besser erst mal. Danke für Tipps! :-)

Grischa schrieb auch: Twitter verlängert URLs

Matthias Mees

Matthias Mees Auf Twitter lesen: am :

Jein. Es ist davon auszugehen, dass diese Indicator sehr wahrscheinlich schon Pangolin in universe liegen, evtl. sollte man höchstens vor dem Update die aus PPAs installieren Programme und die PPAs an sich entfernen (letzteres macht das dist-upgrade – glaube ich – auch von sich aus), aber so lange es PPAs aus launchpad sind, ist das eigentlich relativ streßfrei bzw. oft auch schon auf die neue Version aktualisiert. (Noch so ein Tipp: Es kann sich lohnen, nicht direkt am ersten Tag zu dist-upgraden, damit externe Quellen „nachziehen“ können.)

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