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Mindmaps auf Android und Linux

Schon recht lange benutze ich diese Art der Strukturierung von Gedanken zu Themenbereichen (Dokumente, Software Projekte, Techniken). Sie hilft mir sehr, einen Überblick über eine Problematik zu erhalten. Mindmaps sind für mich wie der Blick von oben auf ein frei assoziiertes Chaos von Gedanken. Dieser Blick verschafft vor allem Überblick und sortiert.

Mindmaps benutze ich regelmäßig, seit dem es Programme gibt, die einem beim freien Assoziieren und Herumschieben der Assoziationen unterstützen. Da Gedanken aber vor allem dann kommen, wenn ich nichts am Computer zu tun habe, benutze ich hier gerne eine mobile Software für den Android Client, den ich auch unterwegs kurz öffnen kann, um einen Gedanken zu notieren.

MindJet für Android.

Ich habe mir schon vor längerem die Android Software von Thinking Space gekauft, die mittlerweile von Mindjet aufgekauft und umbenannt wurde. Seit dem scheinen sogar all die Sachen kostenlos angeboten werden, für die man vorher bezahlen musste.

Software für Mindmaps müssen vor allem darin glänzen, den Anwender möglichst wenig bei der Eingabe und Strukturierung zu stören. Alles muss einfach und intuitiv sein, damit die "freie Assoziation" nicht durch technische Mängel behindert wird. MindJet (vorher Thinking Space) schafft das wirklich erstaunlich gut auf der doch sehr limitierten Bildschirmgöße des mobilen Geräts. Ich benutze es recht regelmäßig und es funktioniert für mich (und andere) wirklich gut.

Synchronisation der Dateien mit dem Desktop

Wenn man in der Startansicht von MindJet lange auf einen Eintrag drückt, öffnet sich ein Untermü, das folgenden Eintrag hat: "Mit Dropbox synchronisieren". Beim ersten Auführen dieser Option verbindet sich MindJet mit Dropbox und man wird dort gefragt, ob MindJet Zugriff auf Dropbox erhalten darf. Bestätigt man dies, so erstellt DropBox ein Verzeichnis Apps/mindjet und überträgt die ausgewählte Map dorthin.

Maps, die einmal nach DropBox übertragen wurden, haben in der Übersicht von MindJet ein kleines DropBox Icon. Bei jedem Start schaut MindJet nun zuerst einmal bei DropBox nach, ob sich eine dieser Dateien geändert hat, und erneuert gegebenenfalls selbstständig die lokale Version. Wenn man an einem anderen Rechner eine neue Mind Map in das Dropbox Verzeichnis von MindJet ablegt, dann erkennt MindJet selbst das und die Mind Map erscheint in der Liste der lokalen Mind Maps.

Der umgekehrte Weg funktioniert auch voll automatisch: Wenn in MindJet eine Map geändert wurde, so wird sie danach sofort nach Dropbox übertragen, wenn sie einmal mit Dropbox verknüpft wurde. Da DropBox auf dem Rechner durch ein Verzeichnis repräsentiert wird, hat man nun also einen sehr guten Weg, seine Mind Maps auf dem Androiden und dem Desktop zu bearbeiten, die dann automatisch über DropBox synchron gehalten werden.

Falls ihr noch keinen DropBox Account habt, dann könnt ihr über diesen Link einen Account kostenlos anlegen. Registrierungen über diesen Link geben mir ein paar Extra Bytes Speicher dort. :-)

Bearbeiten der Mind Maps am Desktop

Für MindJet kann in den Einstellungen konfiguriert werden, welche Dateiformate es speichern soll: Freemind, Xmind oder Mindmanager. Lesen tut es unabhängig von dieser Einstellung übrigens alle 3 Formate automatisch.

Für Ubuntu gibt es eine gute Übersicht von Desktop Applikationen zum Mindmappen. Die ersten beiden sind bereits Freemind und XMind, deren Formate auch von MindJet unterstützt werden. Mindmanager scheint ein Programm für Windows und Mac zu sein, soll aber auch unter Wine funktionieren. Ich habe mich aber erst mal nur für die beiden nativen Versionen interessiert.

XMind

XMind wird neben einem Installer für Windows und Mac auch als DEB in 32 und 64 Bit Version für Debian / Ubuntu zum Download angeboten.

XMind ist ein Java Programm. Das schreckt erst einmal die meisten ab, in diesem Fall allerdings völlig zu Unrecht: Es ist auf der Eclipse Rich Client Platform erstellt  und benutzt als Oberflächen Bibliothek also das schnelle SWT. Dadurch zeichnet es sich genau nicht durch die ganzen negativen Eigenschaften aus, die man Java Applikationen so nachsagt. Ganz im Gegenteil ist es sehr flott und sieht sehr schick aus, schicker z.B. als das native Freemind. Mind Maps lassen sich in XMind sehr angenehm und intuitiv erstellen und können mit Farben, Bildern, Links und Icons problemlos angereichert werden.

XMind wäre das Tool meiner Wahl, hätte es nicht ein paar wenige (für meinen Anwendungsfall aber entscheidende) Probleme: Von XMind gibt es eine kostenlose Version als OpenSource, es wird allerdings auch eine kommerzielle Profi Version angeboten, die vor allem mehr Exports unterstützt. XMind tendiert also immer dazu, allles nach XMind zu konvertieren, anstatt andere Mind Map Formate direkt zu unterstützen.

Ein entscheidendes Problem ist aber eines, das für andere vermutlich eher unwesentlich ist: Will man aus XMind ein Mind Map öffnen, so öffnet es immer ein vorgegebenes Verzeichnis, das unter usr/ angeordnet ist. Man kann dieses zwar wechseln, aber diesen Wechsel merkt sich XMind nicht, sondern beginnt immer wieder mit dem vorgegebenen Verzeichnis. Somit ist es sehr mühsam, Dateien in dem DropBox Verzeichnis zu bearbeiten, und zusammen mit dem Bug, dass ein Doppelklick auf eine XMind Datei zwar XMind startet, aber nicht die Datei öffnet, war das ein KO Kriterium für mich.

Für andere Anwendungsfälle kann ich XMind durchaus empfehlen, es ist das "schickste" und intuitivste Programm. Für diesen Anwendungsfall ist es aber durch die genannten Einschränkungen zu umständlich.

Freemind

Freemind, das man unter Ubuntu einfach im Software Center installieren kann, ist von der Optik her eher das hässliche Entlein verglichen mit XMind. Am Anfang wuchsen mir auch einige graue Haare beim verstehen, wie es zu bedienen ist. Als ich das Bedienkonzept allerdings einmal verstanden hatte, gehen Mind Maps hier sehr flott von der Hand, und man erkennt, dass sich die Entwickler recht kluge Gedanken zum Bearbeiten von Mind Maps gemacht haben. Die Steuerung, die zuerst schwer zu verstehen ist, erscheint nachher sehr sinnvoll und unterstützt einen prima bei der Bearbeitung.

Die oben bei XMind genannten Einschränkngen gibt es bei Freemind nicht: Man kann problemlos seine Mind Maps in einem DropBox Verzeichnis verwalten und verarbeiten, Doppelklick auf eine Freemind Datei (*.mm) öffnet wie zu erwarten Freemind mit der entsprechenden geladenen Map. Im Gegensatz zu XMind bietet Freemind außerdem auch noch viele Export Funktionen an, vor allem HTML Versionen (z.B. als interaktives Flash, als dynamische Liste mit JavaScript, oder pures HTML). Wer's braucht kann auch eine Version mit Java Applet exportieren.

Freemind reagiert sehr schnell, die Steuerung ist (einmal verstanden) ebenfalls sehr flott, so hatte ich in kürzester Zeit ich eine recht große Mind Map zu einem anstehenden S9Y Infocamp Podcast zusammen gestellt, zu dem ich eingeladen bin und von dem ich schon die Themen kenne. Man sieht hier nebenan einen Ausschnitt in dem Screenshot.

Die Datei dazu habe ich wie beschrieben in das DropBox Verzeichnis von MindJet gespeichert und editiere sie von dort. MindJet hat die neue Datei sofort erkannt und konnte sie problemlos importieren. So ist der Screenshot von MindJet oben genau die selbe Mind Map zum S9Y Infocamp, die ich am Desktop mit Freemind erstellt habe. Sie sieht dort sogar noch leicht "knackiger" aus, hat aber die selbe Struktur und Funktionalität, neben Icons wird sogar die Information übernommen, welche Zweige aktuell zusammen geklappt sind und welche offen.

Fazit

MindJet - DropBox - FreeMind ist eine geniale Kombi zum erstellen und verwalten von Mind Maps. Man kann große Mind Maps am Desktop erstellen, diese werden automatisch und ohne mein Zutun mit dem mobilen Gerät synchronisiert. So hat man sie immer parat, wenn einem "unterwegs" ein Gedanke oder eine Idee zu einem Thema einfällt, und kann so mobil einen Eintrag an der Mind Map erstellen (die dann wieder voll automatisch zurück synchronisiert wird).

Alle diese Tools sind kostenlos zu haben (wobei ich nicht weiß, ob die kostenlose MindJet App Einschränkungen hat, ich habe sie nie benutzt), somit kann ich jedem Mind Map Fan nur nahe legen, diese Tools  mal im Zusammenhang auszuprobieren!

Trackbacks

vorinstanz

vorinstanz am : vorinstanz via Twitter

"vorinstanz via Twitter" vollständig lesen
#Mindmaps auf Android und Linux, ein Beitrag von Grischa, http://t.co/gbEKWRjV #tools
Grischa

Grischa am : Java Programme im Unity Launcher

"Java Programme im Unity Launcher" vollständig lesen
Die neue Oberfläche von Ubuntu, Unity, kann mir im großen durchaus gefallen, in Details geht sie mir teilweise aber ganz schön auf die Nerven. Eines dieser Details konnte ich jetzt für mich lösen: Manche Java Programme machen Pro

Kommentare

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rob

rob am :

Vielen Dank, ich bin auf der Suche nach so einem Lösung, zur Zeit nutze ich Xmind. danke noch mal für Deine Beschreibung

Jack

Jack am :

Ich stimme der Einschätzung grds. zu, sehe aber die ein oder andere Einschränkung.

Zunächst stört es mich ein wenig, dass FreeMind das Dateiformat von Mindjet nicht lesen kann. Das ganze Prinzip funktioniert nur, wenn man mit Mindjet an einer Datei arbeitet, die im .mm-Format (also am Desktop mit FeeMind) erstellt wurde.

Für den Rest muss ich etwas weiter ausholen. Ich nutze FreeMind auf dem Laptop und Mindjet auf meinem Android Phone, zusätzlich Goolge Drive. Deine beschriebene Arbeitsweise funktioniert gut, wenn nicht zuviele Informationen in der Map gespeichert sind, z.B. für Notizen. Ich bin Jurist und verwende das mindmaping daher stark textanwendungsbezogen. Mangels anderer Lösung sind meine Zweige mit seitenlangen Notizen versehen. Im Studium, als meine Komilitonen ganze Leitzordner mit Mitschriften etc gefüllt haben, habe ich alles in einer Map organisiert und laufend weiter bearbeitet.

Bei dieser Art der Verwendung taucht im Anwendungsdreieck FreeMind/Mindjet/GoogleDrive das Problem auf, dass Mindjet die Formatierung der Notizen zerschießt. Der Text wird ohne Probleme auf dem Android angezeigt. Wird er aber verändert, weil erweitert oder berichtigt, und dann mit Freemeind wiedergegeben, fehlt die Formatierung völlig. Insbesondere gibts keine Zeilenumbrüche mehr, eine Zeile in in FreeMind kann dann schnell drei Meter lang sein. Für mich ist das ein Problem, nach einer Lösung suche ich schon lange. Vielleicht gibts auch ne Einstellung, die Mindjet verbietet, die Formatierung zu ändern, aber das Thema ist sehr speziell, Google hat dazu nix zu sagen udn in den Programmeinstellungen kann ich dazu nichts finden. Eine eigene Lösung zu erfinden oder gar zu programieren, bin ich natürlich nicht in der Lage. Über Anregungen / Lösungen würde ich mich freuen, mails sind willkommen. Ich habe mich schon nach anderen Lösungen umgeshen, allerdings gibts nach meinem Kenntnisstand keine... eine FreeMind-App ist nicht vorhanden, ein taugliches anderes Android-Programm, dass meine Dateien ordentlich wiedergibt, hab ich auch noch keins gefunden. Ich hatte mal eine Testversion von Mindjet für den Desktop, die mir sehr entgegen kam, da Word implementiert wird, aber die dort erstellten Dateien sind mit der Android-App nicht kompatibel, so dass das auch ausscheidet.

Ich umgehe derzeit das Problem, in dem ich die maps nur am Desktop bearbeite und die Datei unterwegs nur lese, quasi wie Karteikarten. Das ist aber wenig befriedigend, weil man noch nicht mal Tippfehler beseitigen kann.

Für Notizen etc. um schnell flüchtige Gedanken zu fixieren, ist die Methode allerdings super geeignet, wenn man denn eine Map im .mm-Format hat ;-)

lg

Jack

Jack

Jack am :

meine mail addy:

jack.sypher [at] gmail addy kann ich nich posten, wenn ihr hier antwortet, werde ich es merken :-D

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