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Das Informationsdevice: Überblick statt Informationsflut

In einem Projekt auf GitHub wird gerade gefragt, wie man es denn einrichten kann, dass man bei jeder Änderung in dem Projekt eine EMail bekommt. Was ich mich dabei sofort frage ist: Will man das?

Genauso wie bei GitHub gibt es auch bei anderen Projekten inzwischen oft die Möglichkeit, sich per EMail über Änderungen zu informieren. Jeder Änderungshinweis produziert dann eine einzelne EMail, mit etwas Glück hat man noch die Chance, diese Notifications in einer Tagesemail zusammen zu fassen.

Ich organisiere mir das so, dass jedes Projekt einen eigenen Mailfolder hat, in den diese Notification Mails verschoben werden, um wenigstens einen Überblick auf Themen Zusammengehörigkeit zu erzielen. Aber eigentlich will ich etwas anderes. Diese Folder wirken sehr schnell wie SPAM Folder: Wenn man die Notication bekommt, hat man meist keine Zeit auf diese zu reagieren. Wenn man dann Zeit hat, sich Änderungen anzusehen, muss man einen unhandlichen EMail Ordner nach Änderungen durchsuchen, Links abklappern usw.

Schöner ist es doch, wenn man Änderungen für das Projekt sinnvoll aufbereitet anschauen und abarbeiten kann, ohne dabei (wie bei EMails mit Links auf Änderungen) ständig den eigentlichen Kontext verlassen zu müssen.

Diese Art, mit Benachrichtigungen umzugehen, benutzt man bei Services wie Google+, Facebook oder Twitter bereits ganz natürlich. Keiner würde auf den Gedanken kommen, sich über Änderungen bei diesen Services über einzelne EMails informieren zu lassen. Man hat dafür geeignete Anwendungen, die im Kontext informieren.

Beispiel GitHub

Allgemein benutze ich für solche Services lieber auf den Anwendungsfall speziell zugeschnittene Programme, gerne in mobiler Versionen, damit man diese immer dabei hat und in wichtigen Fällen vielleicht sogar mit einem Piep auf eine spezielle Änderung hingewiesen zu werden.

Ich habe also z.B. keinerlei EMail Noftications bei GitHub eingestellt, ich benutze hierfür eine spezielle App auf Android, die mir Überblick verschafft: GH4a. Wenn ich Zeit habe, verschaffe ich mir dort im Newsfeed einen Überblick über die letzten Ereignisse und reagiere dort evtl bereits in passenden Editoren auf diese (beantworte z.B. Issues und Commits).

Natürlich hat dieses Programm auch unglaublich viele weitere Features, mit denen man durch GitHub stöbern und selber Ereignisse produzieren kann (einen Commit kommentieren, neue Issus anlegen, fremde Repositories beobachten usw.). Diese Anwendung ist wie eine Sicht auf GitHub, die für ein mobiles Gerät optimiert wurde.

Nicht unerwähnt möchte ich eine Alternative zu GH4a lassen: Hubdroid. Diese Anwendung ist wohl älter und verspricht eine vollständige Abdeckung der GitHub Features, im direkten Vergleich schneidet GH4a für mich aber besser ab. Ich komme schneller dahin, wo ich hin möchte, und in manchen Fällen schafft GH4a Dinge darzustellen, bei denen Hubdroid versagt.

Beispiel Posterous

Posterous ist ein Service, der mich mit seinen ständigen EMail Benachrichtigungen schon immer genervt hat. Man muss nur mal einen hoch frequentierten Eintrag "liken", danach kann man sich vor EMails mit Benachrichtigungen nicht mehr retten. Erschwerend kommt hier hinzu, dass man diese nur kompliziert (und erst auf Nachfrage) ausschalten kann.

Diese Benachrichtigungen landen bei mir schon länger in einem eigenen EMail Ordner,  den ich in 99% der Fälle inzwischen einfach regelmäßig und ungelesen lösche.

Dies liegt auch daran, dass ich auch hier eine spezialisierte mobile Anwendung benutze, die mir Änderungen zusammen sammelt, in einer abarbeitbaren Liste aufbereitet und mich auch unterwegs auf wichtigere Änderungen hinweisen kann: Superious. Seit dem ich dort den Benachrichtigunsservice eingebunden habe, brauche ich die Posterous Emails gar nicht mehr.

Beispiel Blog Kommentare

In den meisten Blogs kann man sich Benachrichtigungsemails zuschicken lassen, wenn nach einem eigenen Kommentar für einen Artikel ein weiterer Kommentar abgeben wurde. Damit behält man Kontakt zu Artikeln, in denen man sich an einer Diskussion beteiligt hat. Ohne diese Benachrichtigungen wird man schnell den Überblick verlieren, wo im Web auf eigene Kommentare reagiert wurde.

Aber auch hier ergeht es mir wie bei allen EMail Benachrichtigungen: Ich habe einen EMail Ordner, der diese Hinweise schluckt und schnell zu einem Molloch von Nachrichten aus unterschiedlichsten Richtungen verkommt. Es macht jedenfalls keinen großen Spaß, diese abzuarbeiten.

Immerhin kann ich jetzt schon die Benachrichtigungen für mein eigenes Blog ausschalten. Durch die Anpassungen an der Serendipity XML-RPC Schnittstelle kann ich nun WP for Android benutzen, welches mich zeitnah über Kommentare und SPAM in meinem Blog auf dem laufenden hält. Ich kann SPAMs sofort löschen und auf Kommentare schnell reagieren.

Der andere Fall wird schon schwieriger, also das zusammen sammeln von Kommentaren und Reaktionen auf diese in den unterschiedlichsten Blogs und Webangeboten, die man benutzt. Hierfür benötigt es einen zentralen Service, der diese Ereignisse sammelt und geeignet aufbereitet darstellt. Ein solcher Service könnte wohl DISQUS sein. Dies ist ein Service, den Blogs in ihren Kommentarbereich einbinden können. Benutzer von DISQUS bekommen bei dem Service einen Überblick über alle Kommentare, die sie mittels DISQUS erzeugt haben.

Ich habe mich mit dem Service noch nicht weiter beschäftigt, aber es gibt ein DISQUS Plugin für Serendipity sowie eine Android Anwendung im Market, letztere bekommt allerdings nicht all zu gute Kritiken und scheint auch nicht den vollen Umfang zu haben, den man sich wünschen würde.

Aber hier scheint es mir, als wenn ich mir DISQUS mal etwas genauer ansehen müsste und evtl auch meinen Benutzern hier im Blog diese Möglichkeit anzubieten.

Fazit

Der Wechsel vom herkömmlichen Smartphone zu den moderneren Geräten, die vor allem App bezogen sind, war für mich ein Quantensprung. Seit dem man sein Gerät über Apps so erweitern kann, wie man es sich wünscht, benutze ich mein mobiles Gerät täglich und überall. Ich spreche hier ausdrücklich von mobilen Geräten, denn dass diese auch telefonieren können ist für mich nur ein weiteres Feature (eine App) unter vielen, die das Gerät beherbergt.

Mein Gerät ist durch Ausstattung mit spezialisierten Apps zu einem echten Informationsdevice geworden, das mich überall "auf dem Laufenden hält". Die klare Trennung der Informationen in Services anstatt einer generischen Informationsquelle ohne jegliche Unterscheidung der Herkunft (EMail Notifications) ist für mich ein echter Gewinn. Nicht nur, dass ich so auf unterschiedliche Quellen in unterschiedlicher Weise hingewiesen werden kann (anstatt bei allem nur das bekannte "You have mail" zu bekommen), auch dass ich mit passenden Editoren sofort reagieren kann, ist sehr nützlich.

Email Notifications sind für mich irgendwie 90er. Sie sind immer noch da valide, wo man keine andere Möglichkeiten hat. Spezialisierte Apps sind ein (gar nicht mehr so) neues Paradigma, an das man sich offenbar erst gewöhnen muss.

 

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Grischa

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