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Update auf Ubuntu 10.10

Ich habe nun schon fast seit ihrem Erscheinen die Ubuntu Version 8.04 LTS installiert. Diese lief völlig problemlos über die ganze Zeit, jedoch merkte man der Distribution immer mehr an, dass sie nun schon 2,5 Jahre alt ist. Manche Anwendungen sind einfach nicht in der neuesten Version zu installieren, so z.B. Skype und Gimp aber auch einige andere Anwendungen. Ein Update war schon seit längerem geplant, nun habe ich Urlaub und konnte das Upgrade endlich in Angriff nehmen.

Zur Auswahl stehen gerade das neueste Ubuntu 10.10 und die letzte LTS Version 10.04. Nach einer kleinen Twitter Diskussion entschied ich mich für 10.10, da der "Longtime Support" wohl dann doch eher für einen Server interessant ist und man auf dem Desktop eher auf leichtere Update Fähigkeit und neue Features wert legen dürfte. Ich hoffe, die Entscheidung wird sich als richtig heraus stellen.

Vor dem Update hat der Herr das Backup gestellt

Da ein echtes Update bisher noch nie bei mir funktioniert hat, ist ein Backup der Festplatten dringend angeraten, um im Falle eines Update Desasters schnell wieder auf eine vorherige Installation zurück wechseln zu können. Ich erneuerte also  auch gleich mal meine externe USB Festplatte. Nun habe ich hier eine Western Digital Elements USB2 Festplatte mit 2TB Speicher am Start, die es im Elektronik Markt um die Ecke sogar gerade günstig im Angebot gab. Die 2TB sollten hoffentlich erst mal reichen.

Übrigens kann ich die Empfehlungen, die man überall für diese Platte liest, durchaus bestätigen! Sie ist extrem leise, ich höre sie im Prinzip gar nicht. Kein Vergleich mehr mit dem Gerassel und Gebrumme meiner alten Trekstore 250MB USB Festplatte. Ich habe die Platte auf ext3 formatiert.

Auf diese Platte habe ich erst mal eine Testinstallation von Ubuntu 10.10 installiert. Das hat 2 Vorteile:

  • Man kann gefahrlos einen ersten Blick auf die Distribution inklusive der Updates werfen.
  • Man hat ein Backupsystem bereit, falls die normale Installation nicht mehr bootet / Probleme macht.

Nach der Installation habe ich von der USB Platte gebootet und zuerst meine Root und meine Home Partion komplett gesichert. Dies geht recht problemlos mit partimage, mein Script zum sichern der sda3 Partition sieht wie folgt aus:

#!/bin/sh

SAVE=sda3

DATE=`date +%Y-%m-%d`
STORE=/store/backup/$SAVE/$DATE
mkdir -p $STORE

sudo partimage -z1 -b -d save /dev/$SAVE $STORE/full.img.gz

Für die Home Partition benutze ich das selbe Skript, dort wird dann einfach die  SAVE Variable mit dem anderen Partitionsnamen gesetzt.

Installation

Wie eigentlich schon vermutet, funktionierte das Update nicht. Mit dem Backup im Hintergrund wagte ich mich an eine komplette Neuinstalltion. Hier stellte es sich als gute Entscheidung heraus, dass ich Home und Root auf separaten Partitionen installiert hatte. Auf diese Weise konnte ich meine ganzen benutzerspezifischen Einstellungen und im Home installierten Programme (wie vor allem meine Entwicklungsumgebung) behalten, während ich die root Partion neu formatieren und mit der Distribution installieren konnte.

Bei der Installation kann man auswählen, welche Partition welcher Teil des Systems sein soll. Die alte Swap Partition wurde gleich entsprechend eingetragen (übrigens auch in meiner USB Platten Installation), meine sda3 wurde wieder das / Filesystem, meine home Partition trug ich entsprechend ein. Nach der Installation bootete der Rechner mit Ubuntu 10.10, das Home Verzeichnis war korrekt eingehängt und der unter dem selben Namen angelegte "Hauptbenutzer" bekam wieder sein Homeverzeichnis, in dem alle Rechte passten.

Ich erledigte die üblichen Nachkonfigurationen. Beim Installieren eines nVida Treibers zerschoss ich mir mein System allerdings so, dass der XServer nicht mehr startete. Eine gute Gelegenheit, das partimage Backup auszuprobieren, die Installation war sowieso verrottet, es gab nichts zu verlieren. ;-) Zu meiner Freude funktionierte dies problemlos, der Rechner bootete wieder mit 8.04LTS in meiner alten Konfiguration! Das beruhigte.

Danach installierte ich Ubuntu 10.10 erneut, diesmal ging alles recht problemlos mit den nVidia Treibern, der Twinview war schnell konfiguriert (auch kein Vergleich mehr zu früher, wo ich noch etwas dafür recherchieren musste).

Vergleich

Ich musste nun alle Programme nachinstallieren, die ich vorher benutzt hatte und die nicht im Home Verzeichnis installiert waren. Dazu gehören solche Anwendungen wie der Apache Server und MySQL aber auch Gimp, Skype, Thunderbird und KeePassX.

Das erste was dabei auffiel: Alle Programme, die ich vorher noch aus fremden Repositories installieren oder gar selber compilieren musste, waren nun in den normalen Ubuntu Repositories oder zumindest in dem (meines Wissens) neuen Canonical-Partner Repository vorhanden. Und das immer in neueren Versionen als die, die ich vorher unter 8.04 installieren konnte. Das lässt hoffen, dass ich demnächst vielleicht tatsächlich ein Dist Upgrade fahren kann.

Ein paar Beispiele:

  • Skype: Diese Software hatte ich vorher aus einem fremden Repostory installiert. Unter 8.06 war nur eine 1.x Version installierbar. Inzwischen kann man die für Linux neueste Version 2.1 aus dem Canonical Repository installieren. Hier hat sich einiges getan. Die Software wirkt aufgeräumter und so Kleinigkeiten wie animierte Smileys funktionieren auf einmal (es gibt dafür ein Setting, das standardmäßig ausgeschaltet ist).
    Als kleiner Tipp hier: Die Menüs des Skye Menu Icons waren bei mir grau auf grau, nur ein Mouse Over machte die Einträge lesbar. Dies kann man leicht in den Skype Optionen ändern. Menü Allgemein -> Stil wählen. Hier GTK+ auswählen und die Schriften werden sichtbar.
  • KeePassX: Dieses geniale Tool zum Verwalten seiner Online Passwörter muss nun auch nicht mehr aus einem fremden Repository geladen werden. Auch hier wurde mir eine neuere Version installiert, als die, die ich für 8.06 zur Verfügung hatte. In dieser sind einige Änderungen enthalten, die ich aus der Windows Version dieser Software noch schmerzlich vermisste. Das Entsperren muss nun z.B. nicht mehr extra manuell gemacht werden. Wenn man es benutzen möchte und es noch gesperrt ist, startet nun einfach zuerst der Entsperrdialog. Das Autologin der alten Version reagierte einfach gar nicht, bevor man KeePassX manuell entsperrt hatte.
  • Firefox / Thunderbird: Diese Software gab es natürlich auch schon unter 8.06 in den normalen Ubuntu Repositories. In den 10.10 Repositories sind nun aber die neuesten Versionen verfügbar. Der Schritt auf FireFox 3.6 ist kein für den Anwender spürbarer, der Schritt auf Thunderbird 3.1 ist jedoch enorm. Das Interface wurde runderneuert, wirkt aufgeräumter und gefällt mir wirklich sehr gut.
  • btnx: Das Tool zum Belegen von Maustasten mit recht frei wählbaren Aktionen. Auch dieses ist in den Ubuntu Repositories vorhanden. Hier muss man nur einen Bug beachten: Installiert man es aus dem Ubuntu Software Center, so wird nur btnx-config installiert, nicht das btnx Paket. Man sollte also einfach beide Pakete über apt-get oder Synaptic installieren, dann funktioniert auch das problemlos, ohne dass man wie vorher ein eigenes Repository eintragen muss.

Allein für die neueren und umfangreicheren Repositories, die mein Hauptgrund für das Update waren, hat sich selbiges für mich schon gelohnt. Ich finde auch einige neue Programme, die in der Standard Installation gleich mit installiert werden. Viele davon sehen interessant aus, ich habe aber noch wenige davon bisher ausprobiert.

Ubuntu 10.10 sieht auch noch schicker aus, als mein vorheriges Ubuntu. Das liegt z.B. an einigen neuen Widget für die Menüleiste, die viel stylischer aussehen und vom Design aneinander angepasst sind.

 

Zusätzlich gefallen solche Kleinigkeiten, wie neue mitgelieferte Hintergrundbilder, die offenbar aus einem eigenen Contest stammen. Einige davon ließen mich echt mit der Zunge schnalzen und ich beobachtete mich anfangs immer mal wieder dabei, dass ich Applikationen verkleinerte, um einen Blick auf den Hintergrund zu werfen. :-D

Probleme

Die größten Probleme hatte ich diesmal mit den Fonts. Die Kantenglättung mittels Subpixels und das Installieren der msttcorefonts brachte Linderung, das System an sich sah prima aus. Problematisch war vor allem FireFox, der andere Fonts und Einstellungen benutzt als das System. Die Fonts waren sehr unscharf, teilweise mit einem "bläulichen Schlag". Nach kurzer Surfzeit bereitete mir das real Kopfschmerzen und angestrengte Augen. Drehen an den System- und Firefox Einstellungen sowie eine fonts.conf im Userverzeichnis brachten keine Besserung.

Eine Lösung brachte erst dieser Thread für mich:

firefox-3.5 takes its font hinting orders from fontconfig, instead of gnome's font settings

The question, how do I change fontconfig to use the same font as my gnome's font settings?

SOLVED: The following solved the font problem for me:

cd /etc/fonts/
sudo mv conf.d/10-hinting-slight.conf .
sudo ln -s conf.avail/10-hinting-slight.conf conf.d/
sudo mv conf.d/10-hinting.conf .
sudo ln -s conf.avail/10-hinting.conf conf.d/
sudo dpkg-reconfigure fontconfig

Einmal den XServer oder den Rechner neu gestartet, danach sahen die Fonts endlich auch in FireFox klar aus.

Ein weiteres Problem war für mit Java 5. Die Repositories sind nun so neu, dass sie offenbar kein Java 5 mehr anbieten. Ich benötige dies aber für ein Hauptprojekt von mir. Auch hier kann natürlich Abhilfe geschaffen werden, jedoch muss man inzwischen selber Hand anlegen. Wie es funktioniert, steht hier.

Fazit

Nach anfänglichen Problemen mit dem Grafikkarten Treiber und Fonts, habe ich jetzt wieder ein komplettes stabiles System, das nun auf deutlich neuere Anwendungsversionen zugreifen kann. Wie bei Linux nicht anders gewohnt, ließen sich alle Probleme mit ein wenig Recherche gut beheben.

Ich kann das Update also gerne empfehlen, es hat sich für mich erheblich gelohnt. Die Entscheidung, dieses in einem Urlaub auszuführen, war jedoch weise. Mal eben so "zwischen drin" sollte man sich so ein Update nicht vornehmen. Probleme gibt es ja immer.

Ich hoffe, die Entscheidung, nicht wieder auf eine LTS Version zu setzen, war keine falsche. Hoffentlich funktioniert später, da ich nun nahezu ausschließlich auf Ubuntu Repositories zurück greife, ein Dist Upgrade tatsächlich einmal "einfach so". Gerüchten folgend soll das bei manchen ja tatsächlich klapen.. ;-)

Trackbacks

Grischa

Grischa am : Update auf Ubuntu 11.10 (Oneiric Ocelot)

"Update auf Ubuntu 11.10 (Oneiric Ocelot)" vollständig lesen
Ich habe nun schon mehrere fehlgeschlagene Versuche hinter mir, meine Ubuntu Version über die normalen Wege (Distributions Upgrade) auf die nächste Version zu erneuern. Dieses Wochenende nahm ich mir vor, es ein letztes Mal zu versuchen und wenn

Kommentare

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uwe

uwe am :

Vergiss nicht nautilus elemantary und das faenza Icon-Set zu installieren:

http://www.omgubuntu.co.uk/2010/09/nautilus-elementary-ppa-now-working-for-maverick-users/

http://www.omgubuntu.co.uk/2010/08/faenza-icon-set-gets-a-ppa/

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