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Multimedia Station Fantec MM-HDRTV

Ich habe mir mal wieder ein neues Spielzeug gegönnt: Den Fantec MM-HDRTV + WiFi 1000GB. Durch unseren Umzug waren wir inzwischen nahezu gezwungen, uns vom TV Kabel zu verabschieden. Im neuen Haus ist Kabel TV so exorbitant teuer, dass sich die Anschaffung von 2 DVB-T Receivern plus leistungsstarker Antennen in Kürze amortisiert haben sollte. Leider ist mein Equipment, speziell mein Festplatten Rekorder, auf Kabel TV ausgelegt, somit konnte dieser inzwischen nur umständlich für Aufnahmen vorbereitet werden. Etwas neues musste her.

Ich hatte recht genaue Vorstellungen, was die neue Kiste werden sollte: Eine Multi Media Station. :-)

  1. Das Abspielen aller möglichen Formate in möglichst guter Qualität sollte möglich sein.
  2. Einfache Aufnahmen von TV Sendungen, programmiert am besten über EPG oder adäquates.
  3. Es sollte auf einfache Weise mit dem Rechner zu verbinden sein, um Aufnahmen transferieren und nachbearbeiten zu können.

Erster Gedanke war, mir einen leisen PC zusammen zu stellen und auf dem dann Mythbuntu zu installieren. Allerdings siegte dann doch die Faulheit und ich schaute mich nach einer fertigen Lösung um.

Laut Beschreibung bei Fantec sollte der MM-HDRTV meine Anforderungen ermöglichen und noch einiges mehr. Auch Anwender Rezensionen empfahlen das Gerät durchaus. Ich habe nun schon ein paar Tage die komplett ausgebaute Version der Multimedia Kiste mit WiFi und 1TB Festplatte im Betrieb, mal schauen, wie er sich bisher gemacht hat.

Im Netz gibt es bereits einige Berichte zum Fantec MM-HDRTV, die auf die meisten Einzelheiten sowie Installation des Gerätes eingehen. Dies hier ist z.B. eine ziemlich gute Beschreibung des Gerätes. Ich möchte auf die Spezialitäten eingehen, die mir im Betrieb aufgefallen sind.

Menüs

Der erste Eindruck, wenn man den Fantec startet, ist recht aufgeräumt. Man bekommt eine Oberfläche zu sehen, auf der die Hauptfunktionen als Icons übersichtlich dargestellt sind. Dieser Eindruck verschwindet recht schnell, wenn man in die Menüs hineingeht. So wird der Browser für Multimedia Dateien ab einer bestimmten Menge von Dateien zur Qual, da er nur eine einspaltige Liste der Dateien darstellt, durch die man sich mühsam hindurch suchen muss. Der Hauptteil des Fensters wird durch eine Vorschau auf das aktuell ausgewählte Medium verschwendet.

Ähnlich merkwürdiges findet man z.B. wenn man Dateien Löschen oder bearbeiten will. Dies geht nicht über ein Kontextmenü, sondern über oben angeordnete Reiter. Dadurch sieht die Hauptansicht immer gleich aus, nur die Überschrift oben ändert sich. So ist es mir schon passiert, dass ich eine Datei gelöscht habe, die ich eigentlich nur ansehen wollte, weil die Oberfläche für beide Aktionen nahezu identisch aussieht. Weitere Beispiele könnte man hier en masse aufführen, so kann man z.B. Musik starten und im Hintergrund hören, das Internet Radio bricht aber ab, wenn man die Sender Ansicht verlässt usw.

Der Fantec ist offenbar baugleich mit dem Emtec Q800. Mutige Anwender haben also die Möglichkeit, sich eine alternative ROM Version zu besorgen und zu installieren. Bei MHDWorld gibt es z.B. eine von Fans angepasste Version des normalen Emtec Q800 ROMs. Man kann hoffen, dass dieses das Menü verbessert. Einige meiner Kritikpunkte habe ich dort bereits verbessert gesehen, z.B. dass man den NAS Mode dauerhaft laufen lassen kann, anstatt wie beim Fantec ROM diesen im Setup zu starten (und dann nichts anderes mehr mit der Kiste machen zu können). Es gibt Berichte von Fantec Anwendern, die dieses ROM offenbar recht problemlos einsetzen konnten (Q800 V2 Version).

DVB-T Betrieb

Die mitgelieferte Stabantenne kann man getrost vergessen. Sie empfängt bei mir in Berlin die Sender der RTL/VOX Schiene z.B. gar nicht, andere Sender sind teilweise unzuverlässig. Also habe ich diese gleich wieder eingepackt und die Verstärker Antenne angeschlossen, die ich mir für den normalen DVB-T Receiver besorgt hatte. Mit dieser hat der Fantec dann einen sehr guten Empfang.

Die Fernbedienung wurde in einem anderen Testbericht außerordentlich gelobt. Das kann ich gar nicht nachvollziehen. Man muss mit dieser immer genau auf den Fantec zielen, sonst empfängt dieser kein Signal. Auch die Aufteilung der Funktionen, also der Knöpfe, ist meiner Meinung teilweise sehr schlecht gelöst. Die Lautstärke wird z.B. über zwei sehr kleine +/- Knöpfe geregelt, dafür bleiben die großen rechts/links Tasten am Steuerkreuz beim Fernsehbetrieb unbelegt. Diese werden bei den meisten TV Fernbedienungen für die Lautstärke benutzt. Ähnliches bei anderen Funktionen, man sucht sehr oft.

Manche Funktionen werden unverständlicher Weise nur in einem bestimmten Kontext ausgeführt. Als Beispiel: Wenn man den Fantec startet, sieht man das Hauptmenü mit dem TV Bild im Hintergrund durchscheinend. Will man nun den Ton ausschalten, so geht das nicht. Man muss erst in die DVB-T  Aktion hinein gehen wo die Mute Taste nun eine Funktion hat. Danach kann man wieder zurück ins Hauptmenü und hat nun Ruhe. Unverständlich, warum die Mute Taste nicht einfach immer funktionsfähig ist, egal in welchem Kontext man sich befindet.

Connectivity

Der mitgelieferte WLAN Stick funktionierte bei mir relativ problemlos, auch wenn das Menü anderes behauptet. Nach dem Setup für die Verbindung in das heimische WLAN Netz wird ein Test ausgeführt, ob die neuen Settings funktionieren. Dieser meldet regelmäßig ein Scheitern. Wenn man aber ein wenig wartet sieht man, dass sich die Kiste doch in das Netzwerk einhängt. Wieder mal ein sehr merkwürdiges Verhalten.

Beim mir ist das WLAN an der Stelle, wo der Fernseher steht, leider relativ schwach, zu schwach, um ernsthaft Medien damit auf die Kiste zu spielen. Man hat aber noch die Möglichkeit des USB Anschlusses. Eine Festplatte, die ich dort anschloss, wurde klaglos erkannt, man konnte direkt von dieser Medien abspielen oder Medien auf die interne Festplatte kopieren. Der andere Weg ist auch möglich: Man kann den Fantec per USB an den Rechner anschließen. Dann bootet er neu und wird beim Rechner als externe USB Festplatte angezeigt. In dem Modus ist allerdings jegliche andere Funktion des Fantec ausgeschaltet. Dies eignet sich also nur, um effizient die Festplatte mit Medien zu befüllen.

A pro pos Festplatte..

Die Festplatte

Die Festplatte wird bei der ersten Installation in 2 (standardmäßig gleich große) Teile unterteilt. Der eine Teil ist ein FAT32 Partition, der 2. eine NTFS. Das wirklich erstaunliche dabei ist: Die NTFS Partition lässt sich im normalen Betrieb (wenn also der Fantec normal als Multimedia Station betriebsbereit ist, oder auch im NAS Modus) nicht beschreiben, sondern nur lesen. Der Fantec selbst beschreibt auch nur die FAT32 Partition, hierhin werden z.B. seine Aufnahmen gespeichert.

Nur auf der NTFS Partition können aber Medien gespeichert werden, die größer als 4GB sind. Um sie zu befüllen, muss man den Fantec in den Modus der externen Festplatte schalten, in dem man nicht mehr Fernsehen oder sonstige Funktionen ausführen kann. Mir ist inzwischen ein Rätsel, wofür die NTFS Partition überhaubt vorhanden ist, mal abgesehen von der 4GB Einschränkung. Da ich nicht ständig in den Festplattenmodus wechseln will, beschreibe ich mittlerweile auch nur noch die FAT Partition. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich die NTFS Partition deutlich kleiner gemacht und nur für den besonderen Fall benutzt, dass ich einmal wirklich Dateien, die größer als 4GB sind, von der lokalen Festplatte abspielen will.

Für die Linuxer unter uns gibt es wohl noch die Möglichkeit, aus der NTFS Partition eine ext2 oder ext3 Partition zu machen. Dann ist sie im NAS Modus wohl beschreibbar, Windows Rechner können dann aber über USB nur über externe Treiber auf diese zugreifen. Vielleicht werde ich das demnächst einmal machen.

Fazit

Das Fazit ist für mich äußerst durchwachsen. Ich bin immer noch am Überlegen, ob ich das Teil nicht zurück schicken soll. Man kann wohl sagen, dass der Fantec für einen normalen Anwender nur mit reichlich Frust zu bedienen ist. Allerdings hat er ein sehr schönes Bild, die Aufnahmen funktionieren bei mir problemlos und einfach und sind auf dem Fernseher im Prinzip vom normalen DVB-T Signal kaum zu unterscheiden. Er bietet durch die Connectivity viele Möglichkeiten des Einsatzes und er wird von Fantec selber aber auch von Fans mit neuen ROMs versorgt, die vielleicht einige der Probleme beheben können.

"Mal eben etwas aufnehmen" geht allerdings schon deshalb nicht, weil der Fantec enorm lange vom Einschalten bis zur Betriebsbereitschaft benötigt. Dies soll wohl in einigen alternativen ROMs auch schon gelindert worden sein. Der Lüfter des Gerätes wird in den meisten Tests als laut beschrieben. Das ist relativ zu sehen. Wenn der Raum still ist, hört man den Lüfter, werden Multimedia Anwendungen abgespielt oder fern gesehen, so registriert man dieses Geräusch jedoch nicht mehr.

Für den Preis (komplett mit WiFi und 1TG Platte für ca. 280€) bekommt man hier tatsächlich ein erstaunlich gut ausgestattetes Multimedia Device, das aber sehr in der Bedienung zu wünschen übrig lässt. Empfehlen kann ich es - wenn überhaupt - wohl nur Technikfreaks, die bereit sind, an dem Gerät ein wenig herum zu pfriemeln (ich werde zu meinen Änderungen usw. sicher noch etwas schreiben). Allerdings könnten diese auch gleich Mythbuntu einsetzen und hätten für ein bisschen mehr Geld ein für Erweiterungen komplett offenes System.

Ich kann den Fantec noch ein paar Tage testen, mal schauen, ob er mich noch überzeugen kann.

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Kommentare

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John Lancaster

John Lancaster am :

Finger weg!

Hatte den FANTEC MM-FH36US gekauft und es gleich danach bereit. Keine Menu-Steuerung bei VOB Dateien, sehr mühsame Menubedienung.

Wie dieser Player eine gute Kritik bekommen konnte ist mir schleierhaft.

Erwähnenswert auch der Support: die lapidare Antwort zur fehlenden Menusteuerung war: die Videodaten sind schuld. Seltsam dass die selben Videodaten am ASUS O!Play nun einwandfrei funktionieren...

Facit: nie wieder FANTEC! Teuer und schlecht!

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