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Die meisten Apache Webseiten Betreiber bald illegal?

Auf Golem entdecke ich gerade eine Meldung, dass das Landgericht Berlin dem Justizministerium untersagt hat, IP's ihrer Besucher zu speichern. Für einen Datenschutz-Liebhaber klingt das erst mal ziemlich gut, das Urteil kann aber potentiell weitreichende Folgen haben. Alle Betreiber von Webseiten, die z.B. mit Apache laufen, kommen damit in die Illegalität, wenn dieses Urteil als allgemein bindend verstanden werden sollte und nicht -wie gerade- bezogen auf einen klagenden Benutzer und eine bestimmte Webseite.

Der Apache Webserver, der von vielen Hostern benutzt wird, speichert IP Adressen von Seiten aufrufenden Clients immer im Logfile mit, daraus lässt sich ein Benutzer Profil erkennen und genau dies wird mit dem Urteil illegal.

Was nun? Gerade für Blogbetreiber, aber auch für andere interaktive Webseiten, sind IP Auswertungen ziemlich wichtig, alleine schon zur SPAM Abwehr. Allerdings ist diese nicht abhängig von einer Vorratsdatenspeicherung. Zusätzlich gibt es Dienste, die auf die Speicherung von IP Adressen angewiesen sind, wie z.B. die Goolge Services AdSence und Analystics, wenn ich mich nicht sehr täusche, aber auch Blogcounter usw.

Falls das Urteil also für alle gilt, dann heißt es wohl bald umdenken. Wie man seine Webseite IP Logging frei bekommt, kann man z.B. hier erfahren.

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Kommentare

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unwesen

unwesen am :

Naja, den Apache bekommt man ja nun auch so konfiguriert, dass er keine IP-Adressen mehr loggt.

Mal davon abgesehen ist ein vorruebergehendes Speichern von IP-Adressen in Serverlogs durchaus sinnvoll. Wer anderes behauptet, hat sich noch nie gegen eine DDoS-Attacke gewehrt.

Auf Dauer braucht die Daten aber niemand; meines Erachtens sollte man sie mit Ablauf einiger Tage automatisch loeschen, so dass man im Bedarfsfall fuer einen kurzen Zeitraum noch Analysen betreiben kann.

Grischa

Grischa am :

Für Apache gibt es wohl sogar ein Modul, dass man nur einbinden muss, um das IP Logging zu unterbinden. (siehe letzter Link)

Ansonsten sehe ich das genauso wie Du: Ich benutze die IPs in meinem Log nicht zur Vorratsdatenspeicherung, sondern nur, um SPAM zu unterbinden. Mittlerweile nicht mal das, denn ich ziele gerade eher auf den UserAgent.

flori

flori am :

tja, ich frage mich dabei immer, was die leute zu verbergen haben... mal ehrlich, was kann man mit der ip anfangen, auch wen sie statisch ist. da sollte man sich mal fragen, warum da jemand nicht seine ip gespeichert haben möchte...

aber ging es bei dem zitierten urteil nicht explizit um eine ganze spezielle ip eines speziellen herren?

Grischa

Grischa am :

Ja, wie geschrieben: Das Urteil ging um eine Person und eine Webseite. Aber das Potential ist wohl da, dass das als Referenz benutzt werden könnte.

Zu dem "ich hab' doch nichts zu verbergen" Thema: Das ist ein recht altes. Warum schreibt man Briefe und nicht nur Postkarten? Willst Du, dass man z.B. nachvollziehen kann, nach welchen Krankheiten man recherchiert hat? Usw. usf.

Meiner Meinung nach gibt es viele vor allem persönliche Themen, die man nicht unbedingt mit jedem teilen will. Der Wunsch nach Anonymität oder Verschlüsselung ist also nicht anrüchig sondern in vielen Fällen natürlich.

Leider haftet diesem Verhalten immer noch der Geruch von Illegalität an (jetzt gerade offenbar wieder besonders), deshalb hatte ich z.B. mal eine Zeit, in der ich alle EMails verschlüsselte, um das "Besondere" dieses Vorgangs abzuschwächen.

flori

flori am :

nun gut, deine argumente stimmen schon, aber bei wie vielen ip´s kann man genau auf die person dahinter schließen?

otto-normalsurfer hat doch eh eine dynamische ip...

Grischa

Grischa am :

Da hast Du recht. Otto-Normalblogger ;-) kann das sicher nicht. Wenn man wirklich Daten zu Benutzern sammeln wollte, dann würde ein Cookie wahrscheinlich mehr Sinn machen.

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