Neulich fiel mir auf, dass ich eine Tätigkeit, die ich früher recht regelmäßig erledigte, schon seit über einem Jahr gar nicht mehr tue: Feeds lesen. Meinen Google Reader habe ich schon ewig nicht mehr aufgerufen, obwohl er noch Teil meiner Bookmarks und sogar auf meinem mobilen Gerät installiert ist.
Woran das liegt? Nun, das ist einfach: Viele meiner Internetaktivitäten haben sich immer mehr von meinem Desktop PC auf das mobile Gerät verlagert. So benutze ich Twitter z.B. im Prinzip ausschließlich mobil. Vielen der Autoren von Blogs, die mich interessieren, folge ich auch auf Twitter, und die meisten von ihnen kündigen dort (so wie ich) ihre neuen Artikel an. Diese Ankündigungen sehe ich "zwischendurch" also über Twitter und lese sie zeitnah, wenn ich gerade nichts zu tun habe, oder bookmarke sie mobil, wenn sie mir so wichtig erscheinen, dass ich sie später lesen will.
Wenn ich so wie früher beim Morgenkaffee in meinen Reader schauen würde, hätte ich 90% der Einträge dort also bereits gesehen, gelesen oder aussortiert. Bei meinem Morgenkaffee stöbere ich inzwischen lieber durch die Timeline der Nacht. Ein alter Zeitungsmacher Spruch trägt hier wieder: Nichts ist so alt, wie die Nachricht von gestern, auch wenn das auf den Inhalt von Blog Einträgen meist eigentlich gar nicht zutrifft.
Die Tests mit dem Client haben sich allerdings sehr gelohnt. Dieser verhielt sich so "zickig" (schmierte bei jedem minimalen Schnittstellen Problem sofort ab), dass ich auf diese Weise einige Stellen identifizieren konnte, an denen es noch Probleme und Inkompatibilitäten in der WP Schnittstelle gab. Nach einigen Testrunden und Anpassungen läuft nun auch der BB Client rund!
Mit den Android Client läuft sie auch immer noch, somit habe ich die erneuerte Version 1.48 gerade nach Spartakus geschickt. Das Plugin sollte dementsprechend morgen allgemein verfügbar sein.
Klar, man betreibt als "Longtail Blogger" sein Blog erst einmal für sich selbst, weil man z.B. Spaß am Schreiben hat oder (wie ich hier meist) Gelerntes verfestigen will, indem man es aufschreibt. Aber natürlich schielt man auch auf Seitenaufrufe und freut sich über möglichst rege Beteiligung der Besucher an den Themen. Wäre das nicht so, würde man Tagebuch schreiben.
Interessante Kommentare sind wie das Salz in der Suppe für ein Blog, sowohl für den Artikel Verfasser wie auch für Besucher. Kommentare sind neuer "kostenloser" Inhalt, heben die (gefühlte) Relevanz und beleben das Blog erheblich.
Wenn das so ist, liegt der Gedanke nahe, potentielle Kommentatoren zu motivieren. Oft bewirkt bereits der erste Kommentar, dass weitere Besucher in die Diskussion einsteigen. Viele beenden deshalb jeden Artikel mit Sätzen wie "Was denkt ihr dazu?". Man kann Kommentatoren aber auch für "ihren Einsatz" belohnen, genau dafür bastele ich nebenbei an einem neuen S9y Plugin: Comment Spice.